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Freitagspost: Born To Be Strange

17. Oktober 2014
Wenn mehr als fünf Leute an einem Tisch sitzen, fange ich an mich abzukapseln. Ich fühle mich unwohl, unpassend, fehl am Platz. Früher hat mich das verwirrt, heute habe ich es akzeptiert. Wenn es geht, meide ich solche Situationen, wenn nicht, versuche ich früh zu gehen. Alkohol ist nicht wirklich eine Lösung, das habe ich schon versucht. Selbst nach zwei, drei Gläsern Wein will ich nur das Weite suchen. Partys ist etwas anderes, wenn laute Musik läuft, jeder tanzt und in seiner eigenen Welt ist. 
Gruppendynamik ist etwas, was mir schon immer Angst gemacht hat. Vielleicht habe ich zu oft „Die Welle“ gelesen oder mir einfach zu viele Gedanken gemacht. In dem Buch geht es um einen Geschichtslehrer, der bei seinen Schülern auf Unverständnis bezüglich des Holocausts stößt. Also macht er ein Experiment. Er etabliert Disziplin im Unterricht, verhält sich autoritär. Er führt ein gemeinsames Symbol ein und verpflichtet die Schüler zu geschlossenem Handeln und dazu, neue Mitglieder anzuwerben. Das Experiment läuft aus dem Ruder. Die Schüler hören auf damit, eigenständig zu denken, kritisch zu hinterfragen. Sie werden aggressiv gegenüber Außenstehenden, fühlen sich „besser“ als die anderen. Der Lehrer ruft eine Versammlung ein, klärt die Geschichte auf. „Ihr wärt alle gute Nazis gewesen“. Der Roman beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Geschichte, die mich nie wieder losgelassen hat. Weil ich mich oft frage – was wäre wenn? 







Menschen schließen sich Gruppen an, um sich verstanden und geliebt zu fühlen. Ein sicheres soziales Netz, ein Auffangbecken, ein Freundeskreis. Alles schön und gut. Ich merke allerdings immer wieder, wie schnell solche Gruppen damit anfangen, sich elitär gegenüber Außenstehen zu verhalten. 
Nehmen wir mal ein ganz simples, aber doch bedrohliches Beispiel: Ich würde niemals richtige Drogen konsumieren. Habe ich nie, werde ich nie. Vor einiger Zeit wurden mir solche in einer Gruppe angeboten, in der alle konsumierten. Ich habe überlegt. Ernsthaft überlegt. Das hat mich sehr geschockt. Die Situation hat mir nochmal die Stärke der Gruppendynamik vor Augen geführt. Wenn das alle tun, kann es ja nicht so schlimm sein, nicht wahr?! Doch. Das kann es.
Es ist der unbequeme Weg, den man als ewiger Außenseiter wählt. Immer alles zu hinterfragen. Für mich ist es der einzige Weg. 
Ich glaube, ich bin dieser ganzen Hinsicht das andere Extrem. In der Schule waren mir Cliquen suspekt, ich suchte Freundschaft zu den Ausgestoßenen und beförderte mich damit selbst ins Abseits. Meine Freundin in der Realschule war Jessi, sie hatte immer ihre Ratte dabei und trug stets Schwarz. Viele fühlten sich von ihr abgestoßen und genau das mochte ich an ihr. Ich war nie für längere Zeit in einem Verein, nie in einer Partei, Religionsgemeinschaft oder sonst was. Ich hatte nie einen großen Freundeskreis und bin niemals mit zur Klassenfahrt gefahren. Selbst wenn ich zu Blogger Events fahre, ist es für mich schwierig, in diesen großen Gruppen den Tag zu überstehen. Sowas geht immer für kurze Zeit, da macht es mir sogar Spaß. Aber den ganzen Tag?


Ich fühle mich manchmal schon ziemlich strange. Wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich im Vergleich zu Persönlichkeiten wie „Bonnie Strange“ – der Queen der Strangeness – allerdings eher stinklangweilig aus. 

„Sometimes I pretend to be normal. But it gets boring. So I go back to being me.“

Hair Piece: Bershka, similar here
Dress: Forever21
Overknee Boots*: Duo Boots, similar here
Pictures by Christine

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21 Comments

  • Reply Mohamad Rifai 17. Oktober 2014 at 22:53

    I can't expressed well in English to explain I have the same character that you have. I u we are similar. For this reason I read your blog and I find very interesting. I like your colour

    Other thing your dress very nice

  • Reply Sakuranko 17. Oktober 2014 at 23:50

    Oh very cute pics!
    xx

    http://www.sakuranko.com

  • Reply TyTanisha L. Zacharie 18. Oktober 2014 at 01:59

    This is so great! I love your feather headband and the way you styled it. The photography is really awesome too. 🙂

  • Reply Poppy Lee 18. Oktober 2014 at 02:22

    wow,such pretty girl,I love this dress,it's suit to u and love that love ball,kiss
    everything of u are perfect look

    http://me-poppy.blogspot.com/
    http://2014wholesale7.blogspot.com/

  • Reply Saskia von P. 18. Oktober 2014 at 05:20

    Gruppendynamik ist wirklich beängstigend.

  • Reply Мария Рябич 18. Oktober 2014 at 07:37

    love your headband very much!
    mary2be.blogspot.com

  • Reply Tatjana J. 18. Oktober 2014 at 07:53

    Coole Bilder! 😀

  • Reply Anna Christina 18. Oktober 2014 at 09:24

    So ein schöner Post! 🙂 Bei mir läuft gerade ein Gewinnspiel, bei dem du unter anderem Tee von teatox, Karl Lagerfeld – Body Lotion und vieles mehr gewinnen kannst! Ich würde mich über einen Besuch von dir freuen!
    Ganz liebe Grüße, Anna :))
    http://anna-silver.blogspot.de/2014/10/giveaway-teatox-lagerfeld.html

  • Reply Wowoleco Blog 18. Oktober 2014 at 10:22

    Ich kenne das Gefühl gut und habe erst vor kurzem "die Welle" im Unterricht mit den Kids besprochen. Ich dachte immer, die ganze Fashion-Blogger Welt steht total auf Trubel 😀 Darf ich dich mal einfach so fragen, was für ein Sternzeichen du bist? 🙂
    Liebe Grüße

  • Reply Kriti Jaitly 18. Oktober 2014 at 11:37

    loved the dress and the boots andy….
    keep in touch
    http://www.hairfashionbeautyblog.blogspot.in

  • Reply Sperlingsprinzessin 18. Oktober 2014 at 13:51

    Liebe Andy,

    ein sehr persönlicher Post, wie ich finde. Als Einzelgänger weiß ich, dass viele dort draußen solche Gedanken oft nicht verstehen können (auch wenn sie manchmal was anderes sagen).

    Die Gruppendynamik, wie du sie beschreibst, ist auch oft der Grund für das Gefühl, dass die moderne Popkultur als fomo (fear of missing out) bezeichnet. Ich habe mich lange sehr unwohl gefühlt mit diesem Zwang, überall dabei sein zu müssen, obwohl die Gesellschaft von anderen Menschen mich sehr viel Kraft kostet. Mittlerweile sage ich aber einfach nein, wenn ich nicht mag. Und das ist oft. Das Glück eine Gruppe zu finden, die nicht elitär ist, niemanden ausstößt und Einzelgänger als Gelegenheitsgruppen mitglieder akzeptiert, ist leider selten.

    Ein echter Einzelgänger oder Außenseiter zu sein und dazu zu stehen, glücklich und offen damit um zu gehen erfordert Mut. Ich finds richtig toll, dass du so ehrlich hier darüber schreibst. Weiter so! Und stinklangweilig aussehen tust du nun wirklich nicht!

    • Reply Hogwarts 20. Oktober 2014 at 22:59

      Vielen Dank für deinen Kommentar und deine ehrlichen Worte!!

  • Reply Amely Rose 18. Oktober 2014 at 13:57

    was für ein klasse Eintrag!
    ich liebe deinen Kopfschmuck und die gesamte Komposition
    einfach klasse Idee
    lustig und schön <3

    Hoffe du schaust bei mir auch mal vorbei
    Deine Amely Rose von:
    http://thebizarrebirdcage.blogspot.de/

  • Reply Caroline Kusch 18. Oktober 2014 at 17:19

    Ja das mit dem abkapseln kenne ich- da bevorzuge ich echt entweder ein Partnergespräch oder einfach eine Runde von nicht mehr als 4 Personnen, sonst geht man unter und träumt vor sich hin 😉

    Liebe Grüße!
    http://www.redchillilounge.com

  • Reply Sonja Zimmer 18. Oktober 2014 at 19:04

    danke für den tollen einblick und ich mag genau solche leute, wie dich!
    lg sonja

  • Reply Romi von romistyle 18. Oktober 2014 at 21:33

    So strange kamst du mir in Berlin gar nicht vor 🙂
    Ich kann dich aber gut verstehen… in meiner Abizeitung stand tatsächlich ein Kommentar über mich "wer ist das überhaupt?" – von den knapp 80 Leuten im Jahrgang kannten mich nicht mal alle, so unauffällig und unsozial war ich. War mir aber egal, denn ich muss nicht überall dazugehören…

    Liebste Grüße aus Berlin
    Romi
    romistyle.de

  • Reply Salo 19. Oktober 2014 at 11:30

    Was für ein schöner Tag! Du hörst dich aber ganz und gar nicht komisch an. Wir alle wollen doch irgendwie akzeptiert werden und dadurch entsteht diese Gruppendynamik.
    Ich ziehe mich in der Gruppe auch mehr zurück, habe das Gefühl in meinem Umfeld keine wirklichen Freunde zu finden, fühle mich missverstanden.
    Aber solange du Menschen hast die dich kennen und verstehen kannst du gut anders sein. Nur alleine zu sein ist ein ganz mieses Gefühl…
    Alles Liebe, Salo

  • Reply JuliCosmetics 19. Oktober 2014 at 15:53

    Was für wundervolle Worte. Ich bin gerade echt zu Tränen gerührt. Ich erkenne mich so sehr wieder in deinen Worten. Bin gerade einfach nur sprachlos.

    LG Juli

    • Reply Hogwarts 20. Oktober 2014 at 22:45

      Oooh dankeschön!! Ich freue mich sehr über deinen Kommentar – gerade wenn man so etwas Persönliches postet ist das einfach unglaublich schön 🙂

  • Reply OUTFIT: Overknees & Fake Fur - andysparkles.de 12. August 2017 at 23:32

    […] Platz zum Fotografieren hatten. Einen weiteren Look mit den Schuhen in dieser Location hatte ich hier schon gezeigt! EN: It’s not so easy to find the perfect boots – for example, when the […]

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