Freitagspost

Freitagspost: Ich verzichte jetzt mal!

14. Juli 2017
Sonnenstudiobräune, Haare, Ohrringe, Freunde und Häuser. Früher war es tatsächlich mal schick, viel zu haben. Von allem eigentlich. Je mehr, desto besser. Alles war besser und irgendwie toller, wenn mehr davon da war. Heute üben wir uns viel lieber in Verzicht.

Wir üben uns in Verzicht

Das ist sicherlich heute auch noch so mit dem je mehr desto besser, je nachdem in welchen Kreisen man sich nun mal bewegt. Promi-Kreise zum Beispiel. Je mehr OPs und rote Teppiche, desto besser.
Doch tatsächlich übt sich der moderne Mensch oder auch Berliner heutzutage vor allem in Verzicht. Sie verzichten auf so einiges. Das fängt von Verpackungen an (schon mal ohne eingekauft?), geht über zu Kuhmilch und endet bei „Fast Fashion“, auf die zu Gunsten von diversen Secondhand Shops verzichtet wird. Gleichzeitig wird auch gerne auf politische Bildung und der tägliche Gang zur Arbeit verzichtet, weil Geld irgendwie immer von Mama und Papa kommt. Es ist also fast schon sowas wie eine Doppelmoral.
Nicht zu Primark gehen, weil da die Kleidung in Bangladesch in unmöglichen Zuständen hergestellt wird, aber selbst Überstunden schieben beim unterbezahlten Praktikum, wenn es denn überhaupt bezahlt wird. Klar, das ist nicht vergleichbar mit den Zuständen in diesen Ländern. Aber mal ehrlich, sollten hier in Deutschland nicht auch dennoch zumindest Mindestlöhne gezahlt werden? Das ist immer noch verdammt oft nicht der Fall. In Berlin gibt es sogar einen „Bauarbeiterstrich“, wo nicht deutschsprachige Bauarbeiter morgens darauf warten, für ein paar Kröten am Tag auf Baustellen zu schuften.
taillenguertel-pulloverkleid

Du bist, worauf du verzichtest

Die einen verzichten auf Alkohol, Fleisch, Plastik, Verhütungsmittel, Small Talk oder eine eigene Meinung. Die anderen auf Schamgefühl. Kürzlich ruft mich eine alte Bekannte an, die ich seit über einem Jahr nicht mal mehr gesehen habe.
„Ich mag nicht mehr studieren. Ich will auch nichts anderes studieren“
Ich frage sie, was sie dann tun will. Ausbildung machen? Ich rate ihr zum Studium.
„Nein das macht mir alles keinen Spaß“
Ich erkläre ihr, das Arbeit eigentlich nie soo viel Spaß macht.
„Kann ich nicht bei dir wohnen?“, platzt sie heraus.
 
Während ich mich dazu entscheide darauf zu verzichten auf dieses Angebot einzugehen, frage ich mich was eigentlich der Ziel des Ganzen war. Nach Berlin ziehen und dann nicht mehr arbeiten oder studieren? Vielleicht Influencer werden wie Caro Daur?
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Worauf verzichtest du so?

  • Autofahren
  • Religion
  • Zeitungsabo
  • aktuell noch auf eine Küche
  • Fernsehen
  • Ordnung in meinem Kleiderschrank
  • regelmäßige Friseurbesuche
Eigentlich irgendwie doch gar nicht so schlecht, dieses Verzichten.
Und ihr? Wie sieht eure Liste aus?
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16 Kommentare

  • Antworten MyOwnMemento 14. Juli 2017 um 10:16

    Mmmh sich in Verzicht üben mag in der ein odere anderen Kategorie sicherlich sinnvoll und befreiend sein – aber der Mensch sollte sich auch etwas gönnen und das Leben genießen!

  • Antworten Melanie Dörner 14. Juli 2017 um 17:34

    Ich verzichte auf aktuell nichts aber ich versuche mich zurück zu halten bei vielen Dingen – beim shoppen zB

    Liebe Grüße
    Melanie von Glitter & Glamour

  • Antworten Saskia von The S Signature 15. Juli 2017 um 05:25

    Ich verzichte auf das Bahnfahren, ich verzichte auf Menschenmassen, auf Ordnung in der Bude (zumindest unter der Woche), auf strukturiert sein (im Büro schon, aber private Dinge laufen eher chaotisch ab)… Joar. so in etwa sieht dann wohl meine Liste aus.

  • Antworten Tina Carrot 16. Juli 2017 um 22:03

    Liebe Andrea,

    bitte mehr davon – ich finde den Beitrag absolut gelungen; er ist so interpretationsoffen, man weiß nicht genau in welche Richtung du mich als Leser führen möchtest und es würde mich ja brennend interessieren, was aus der Freundin geworden ist.

    Worauf ich derzeit verzichte? Vor allem auf Menschen, die mir nicht gut tun, ein Stück weit Social Media, ich sortiere radikal Kosmetik auf und verbrauche alles, was ich nicht brauche/nicht mag oder spende es und ich versuche auch auf negative Gedanken zu verzichten, was mir aber aktuell recht schwer fällt.

    Komm' morgen gut in die neue Woche, meine Liebe! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

  • Antworten Be Sassique 17. Juli 2017 um 14:28

    Ja Verzicht kann manchmal so gut sein… Am Anfang nicht leicht , aber dann sehr entspannend
    Hab einen wundervollen Tag <3
    Liebste Grüße
    Sassi :*

  • Antworten Jil 18. Juli 2017 um 19:30

    Ich finde es so wichtig auch mal über das Thema Verzicht nachzudenken und auch mal mit weniger zufrieden zu sein. Toll, dass du dieses Thema ansprichst. <3

    Liebste Grüße,
    Jil

  • Antworten Milli loves Fashion 19. Juli 2017 um 07:40

    Ich merke gerade, dass verzichten anscheinend nicht meine Stärke ist … Ich denke ich bin da eher der Typ, der macht wonach ihm gerade ist und nicht bewusst verzichtet, sondern aufs Bauchgefühl hört.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

  • Antworten Marie 19. Juli 2017 um 11:21

    Ich gehöre auch zu den Menschen, denen es sehr schwer fällt zu verzichten – gerade bei dem Thema Schokolade! Deine Gedanken sind mal wieder sehr interessant und spornen mich an, mehr über das Thema nachzudenken.

  • Antworten Michelle Früh 19. Juli 2017 um 15:38

    Ich verzichte auch auf Religion, Zeiungsabo, regelmäßige Friseurbesuche und Ordnung in meinem Schrank.
    Wobei ich mir das mit der Ordnung immer vornehme. /( Haha)
    Ansonsten verzichte ich nicht wirklich auf etwas. Was Süßigkeiten betrifft, esse ich aber nur sehr selten etwas.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

  • Antworten Hanna 19. Juli 2017 um 17:35

    Ich verzichte leider gerade tatsächlich auf eine faire Bezahlung beim meinem Praktikum 😀 Ansonsten verzichte ich wahrscheinlich auch sonst noch auf viele Dinge, aber es kommt mir nicht wie Verzicht vor, weil ich die Sachen eben nicht wirklich brauche.

  • Antworten Alex 19. Juli 2017 um 18:36

    Ein wirklich toller Post! Ich verzichte auch auf Religion und regelmäßige Frisörbesuche. Und momentan weitgehend auf Autofahren, gezwungenermaßen auf Urlaub…eigentlich ist es auch manchmal gar nicht so schlecht, denn so wird einem wieder bewusst, wie gut es einem doch eigentlich geht 🙂

  • Antworten Saskia-Katharina 19. Juli 2017 um 20:10

    Ein schöner Beitrag! Sich in Verzicht üben ist schwer. Ich habe im Urlaub aber beispielsweise gemerkt, dass ich auch gut und gerne ohne Make-Up auskomme.

    Liebe Grüße,
    Saskia-Katharina

  • Antworten Malin Rie 19. Juli 2017 um 22:21

    Toller Beitrag! Ich finde es wichtig ab und an auf selbstverständliche Dinge zu verzichten. Viel zu oft verlieren wir aus den Augen, dass Dinge, die für uns selbstverständlich erscheinen eigentlich garnicht so selbstverständlich sein sollten. Der Zeit muss ich (zugegeben, unfreiwillig!) auf mein Handy verzichten…Abgeschottet von all den Social Media wie WhatsApp, Instagram und Snapchat und ich muss gestehen: Noch nie ging es mir besser. Keinerlei Stress oder Verpflichtungen Menschen zu antworten.
    Durch den ganzen Medienzwang habe ich ganz vergessen wie einfach und leicht das Leben auch ohne Handy sein kann.

    Liebst, Malin von https://www.soulsdesire.at

  • Antworten Vivien 20. Juli 2017 um 08:39

    Super spannender Beitrag mit einem wirklich interessanten Gedanken. 🙂
    Ich persönlich verzichte der Zeit meistens auf Schlaf, Ordnung im Haushalt, einen gut sortieren Kleiderschrank & einen aufgeräumten Schminktisch. 😀

    xx
    Vivien
    von http://www.viejola.de

  • Antworten Beauty Mango 20. Juli 2017 um 10:54

    Ich verzichte aktuell eigentlich auf nichts. Zumindest nicht bewusst. 😀

  • Antworten Chris stylepeacock 13. Oktober 2017 um 18:33

    Ein herrlich doppelbödiger Post! ich verzichte derzeit auf alle erarbeiteten Daten diesen Jahres (weil meine Festplatte gecrasht ist) und darauf, Veganer der Vegetarier zu werden, auf ein Auto, Ordnung, „altersgemäße“ Kleidung, auf eine Beziehung mit einem Prinz, der am Ende doch nur ein Frosch ist, und auf Menschen, die mich nicht gut tun.
    Deiner Freundin hättest du ein unbezahltes Praktikum bei dir anbieten können 😀 Ich wette nach zwei Tagen hätte sie den Traum vom Influencer Leben ausgeträumt 😉

    Lieber Gruß
    Chris von http://stylepeacock.com

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