Freitagspost

Freitagspost: Auf dem Boden der Tatsachen

1. September 2017
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Der Boden unter den Füßen fühlt sich immer gleich an. Egal ob ich über den Alexanderplatz laufe, voll mit Kaugummiflecken und Abfall, oder dann wieder durch die verwinkelten Gassen in einem Dorf in der Provence. Wenn ich in einem Flugzeug sitze, so viele Kilometer weit über dem Erdboden, dann stehen meine Füße fest auf dem Boden. Ich höre stundenlang die gleichen Lieder in einer Endlosschleife. Ich stehe. Mit beiden Beinen. Auf dem Boden.

Ich stehe.

Es gibt Tage, da fällt alles so unfassbar leicht. Morgens früh aufstehen, in den Tag starten, den Kaffee trinken, Sport machen und produktiv sein. Da ist es fast so, als ob wir ein wenig schweben, nicht mehr ganz so fest auf dem Boden stehen. Es fühlt sich gleich an, wie immer und doch nicht. Ich möchte solche Tage aufsaugen. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre jeder Tag so, wenn es einmal so ist. Unbeschwert und frei.

Mit beiden Beinen.

Es gibt Tage, da fällt alles so unfassbar schwer. Wenn ich morgens die Augen aufschlage, erinnere ich mich an den Alptraum von letzter Nacht. War es ein Alptraum? Oder ist es wirklich passiert?

Das sind dann Tage, da sind meine Beine wie Blei. Ich schlurfe über den Boden, trage meine Kaffeetasse und raffe mich nur mühsam auf. Ist das wirklich das gleiche Leben wie gestern, warum fühlt sich alles so anders an? Alles geschieht nur in unserem Kopf. Elif singt, „es wär‘ so leicht, wenn ich kein Chaos wär'“. Es wäre alles so einfach, wenn ich wieder schweben könnte.

„Ich mische alle Farben, bis keine Farbe übrig ist. Ich weiß nie wirklich genau, ja, nein, vielleicht. Schwarz, weiß, grau.“

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Auf dem Boden.

Wir können nicht nur gute Tage haben. Oder nur schlechte Tage. Das Leben ist nicht schwarz oder weiß, es besteht aus verschiedenen Schattierungen von Grau. Manchmal ziemlich grau und dann doch wieder nicht. Für den Moment macht alles Sinn und gerade gibt alles ein Bild ab. Meist ist das der Moment, an dem sich alles noch einmal ändern wird. Und doch werden wir morgen noch einmal genauso aufstehen, wie heute, Stabilität fühlen, wo vielleicht gerade keine ist. Der gleiche Erdboden, auf dem wir heute stehen, ist vielleicht morgen schon ein anderer.

 

Auf dem Boden der Tatsachen

Ich habe in letzter Zeit wieder viel Musik gehört. Mich haben dabei einige deutsche Interpreten sehr begeistert und zu meinem Freitagspost „Auf dem Boden der Tatsachen“ hat mich heute ein Song von Elif inspiriert, weil ich mich in jeder Zeile so gut wiederfinden kann. Ich weiß es auch nie wirklich genau.

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5 Kommentare

  • Antworten Mrs Unicorn 1. September 2017 um 10:58

    So ein schöner Beitrag. Vielen Dank dafür
    Liebe Grüße und ein traumhaftes Wochenende!
    Celine von http://mrsunicorn.de

  • Antworten Saskia 1. September 2017 um 16:42

    Ein super Beitrag. Den Song höre ich mir gleich direkt an 🙂

  • Antworten Caro 1. September 2017 um 16:53

    Was für ein schönes Lied <3

    Mir gefällt die Welt am besten bunt 🙂 Wenn sie das nur wirklich jeden Tag sein könnte 😉

    Ganz liebe Grüße an dich
    Caro

    https://carolionk.com

  • Antworten Lisa 1. September 2017 um 21:11

    Liebe Andrea,

    wie ich sehe, bist du nun auf WordPress. Find ich super. Du wirst diese Entscheidung nicht bereuen.

    So, nun zu deinem Text. Ich finde ihn wunderschön und er beschreibt genau das, was ich vor allem in den letzten Monaten gelernt habe. Momentan ist mein Leben wunderschön und ich genieße jeden Moment, aber noch vor kurzem habe ich alles nur schwarz gesehen. Und ich hätte mir nicht gedacht, dass es wieder heller werden kann. Aber dem ist nun so und ich weiß, dass es nicht immer so strahlend hell bleiben wird und es auch mal andere Tage geben wird, aber ich habe gelernt, dass nicht alles hoffnungslos ist. Ich glaube, ich bin auch langsam am Boden der Tatsachen angekommen.

    Liebste Grüße
    Lisa
    http://www.mycafeaulait.at

  • Antworten Tina Carrot 6. September 2017 um 12:33

    Liebe Andy,

    hach, das kenne ich – auch wenn die Tage bei mir in den letzten Monaten eher ein wenig dunkler schattiert waren.

    Aus diesem Grund versuche ich mehr die hellen Momente aufzusaugen und wenn es ganz schlimm scheint, gibt es ein Glück ja auch noch pflanzliche Mittel wie Tees, die für ein wenig Ruhe und Entspannung sorgen. 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

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