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Werde Experte im Loslassen!

6. Dezember 2019
Werde Experte im Loslassen

Wir wissen meist ganz genau, was das Beste für uns. Der schwierige Schritt liegt einzig im Durchsetzen. Darüber habe ich schon in meinem Beitrag „Ich habe schlechte Angewohnheiten geschrieben„, in dem es darum geht, wie wir neue Gewohnheiten in unserem Leben einbringen. Manche Situationen können wir nur loslassen, wenn wir sie akzeptieren. Doch wie können wir es lernen, sie zu akzeptieren – wie werde ich Experte im Loslassen?

 

 

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Kommt Veränderung erst durch hohen Leidensdruck?

 

„Anklammern ist unsere Natur“, sagt Katharina Ley, Psychoanalytikerin und Soziologin aus Bern, „Loslassen müssen wir dagegen erst lernen.“ (Stern.de)

 

 

Werde Experte im Loslassen

 

Unser Gehirn liebt die gewohnten Dinge. Es fühlt sich sicher. Gerade wenn wir auf dem Weg sind Neues auszuprobieren, verstärkt sich die Angst und der Wunsch nach Bindung. Das heißt, je mehr wir die Dinge verändern wollen, umso mehr versucht unser Gehirn beim Gewohnten zu bleiben. Paradox, oder?

Meinen Job kündigte ich erst, als es wirklich nicht mehr ging. Jahrelang machte ich mir selbst Vorwürfe, warum erst höchster Leidensdruck mich zu Veränderungen in dieser Art antreibt. Es war nämlich immer so.

 

Die Ursache liegt (wie immer) in deiner Kindheit

 

Laut Stern.de hat eine Gruppe von Menschen besonders große Probleme mit dem Loslassen – zu der ich mich nun auch zählen muss: Wer als Kind in einem unberechenbaren Umfeld aufgewachsen ist und starke Instabilität erlebt hat, neigt viel eher dazu, später sich in Beziehungen zu verstricken und Angst vor Veränderungen zu haben. Die innere Sicherheit hat sich nicht richtig entwickeln können.

 

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Werde Experte im Loslassen

 

Was ist deine Vision, was sind deine ganz großen Ziele? Ich habe mir ein Visionboard dazu auf Pinterest angelegt. Es hilft zum einen sich immer zu die eigenen Ziele zu überlegen und was dich noch daran hindert sie umzusetzen.

Ein ganz wichtiger Schritt ist auch die Akzeptanz. Wenn wir gegen die Situation ankämpfen, dann können wir nicht loslassen. Doch Akzeptanz bedeutet auch zu akzeptieren, dass beispielsweise die Beziehung gescheitert ist. Der Job nicht die richtige Wahl war. Es bedeutet vielleicht sogar eigenen Fehler zuzugeben und wer macht das schon gerne?

 

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Ich selbst finde es besonders schwer Situationen loszulassen, in denen wir uns aktuell noch befinden – oder bis vor wenigen Wochen noch. Doch manchmal lassen uns Dinge auch nicht los, die vor vielen Jahren passiert sind. Dazu habe ich es mit Vergebung versucht – ich habe eine Vergebungsmeditation ausprobiert von Laura Seiler und konnte damit endlich Abstand gewinnen von den Personen, die mich ganz früher in der Schule gemobbt haben. Seitdem ich diese Meditation durchgeführt habe und ihnen aktiv vergeben konnte, empfinde ich keine Wut oder Groll mehr. Ehrlich gesagt ist es nun eher Desinteresse und ein wenig Mitleid. Ganz ehrlich, ich hätte nie geglaubt jemals an diesen Punkt zu kommen.

Vor einem Jahr war mein Leben ein anderes. Ich habe nicht für mich selbst gelebt, sondern für die Erwartungen der anderen. Jede Minute war davon gesteuert, dass ich genügen wolle, gut genug sein wollte. Das ist nichts, womit du von einem Tag auf den anderen aufhören kannst. Die Vergangenheit loslassen, das ist ein Prozess und es gibt keine Zauberformel. Manchmal glauben wir, einzig der Abstand zu Personen erlaubt es uns loszulassen. Doch so einfach ist es nicht. Wir müssen aktiv werden. Loslassen, daran arbeiten, auch emotional Abstand zu gewinnen.

 

Habt ihr schon mal euer Leben komplett umgekrempelt? Seid ihr vielleicht sogar gerade in einem solchen Prozess? Wie geht ihr damit um?

 

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1 Kommentar

  • Antworten Maren 8. Dezember 2019 um 16:16

    Ein starker Beitrag zu so einem persönlichen Thema. Mir hat es geholfen, dass ich bereit mehrere Male im Ausland gelebt habt.

    Viele liebe Grüße,
    Maren von Lovely Bees

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