Freitagspost

Freitagspost: Ich halte mich fest

17. Juli 2015
Ich war damals in Erfurt, als ich es zum ersten Mal in Worte fassen konnte. Greifen konnte. Dieses Gefühl, was in mir nagt. Was mir keine Ruhe lässt. Was einen schönen Tag verändert. Verändert. Mich verändert.
Mitten auf dem Marktplatz wusste ich nicht weiter. Will ich etwas essen? Will ich einkaufen gehen, will ich einfach zurückfahren? Zurück ins Hotel? Es war alles gleich. Und ich hatte Angst. Da war es nun, dieses Wort. Ausgesprochen. Ich hatte Angst.
Am liebsten wäre ich stehen geblieben. Die Zeit soll stillstehen. Ich bleibe stehen auf dem Marktplatz, um mich herum die ganzen Menschen. Das ganze Treiben. Aber ich war kein Teil mehr davon. Innerhalb von Sekunden gehörte ich nicht mehr dazu.
Wohin geht man, wenn man nicht weiter weiß? Wohin geht man, wenn man nichts mehr will? Wenn alles plötzlich einfach wenig Sinn macht, so wenig Sinn. 
Gerade lese ich einen Roman und da schreibt sie, dass Schmerz die stärkste Emotion ist. Dieser blinde Schmerz, der alles ausfüllt und keinen Platz mehr lässt für andere Dinge. Der emotionale Schmerz, verletzt werden, verlassen werden. Ich glaube, dass Angst noch schlimmer ist. Die Angst, die unser Leben bestimmt. 
Was macht das Leben lebenswert? Ich denke es sind die kleinen Dingen. Morgens der Kaffee, der Spaziergang durch die Sonne, wenn es eigentlich viel zu heiß ist. Viel zu heiß, um zwei Kilometer einfach mal zu Fuß zu gehen. Wenn es anfängt zu regnen, du hast keinen Schirm dabei und es ist dir einfach egal. Meine Katze auf dem Arm halten, wenn sie schnurrt und glücklich ist.
Wenn ich wieder Angst habe, dann halte ich mich an den kleinen Dingen fest. Dann schaue ich einfach Snapchat durch, das unnötige Gerede über Essen und Pakete und den ganzen Alltag. Das Leben der anderen. Und wenn ich wieder Angst habe, dann schlage ich mein Buch auf. Oder ich gehe einfach raus und laufe. Und irgendwann werden wir sehen, wer von uns schneller läuft. 
 
 
 

 

 

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14 Kommentare

  • Antworten B Ruhamania 17. Juli 2015 um 21:04

    super:) xx
    Bianka
    http://ruhamania.blogspot.hu/

  • Antworten Melissa Blanca 17. Juli 2015 um 21:18

    Sehr schöne Worte Liebes! <3

    Lg Melli
    fashionargument.blogspot.com

  • Antworten Iuliana FS 17. Juli 2015 um 22:07

    schöne Worte , ein wunderbarer blog post !
    xoxo
    http://fashionablestreets.blogspot.de

  • Antworten Saskia von P. 18. Juli 2015 um 05:28

    Schöner Post und tolle Bilder.

  • Antworten kuhnographphotography 18. Juli 2015 um 08:51

    Verträumt und indirekt… Sehr ansprechend….

  • Antworten Luise Röming 18. Juli 2015 um 12:10

    Dein Makeup, deine Haare und deine Bilder sind wieder wunderschön geworden!

    Liebe Grüße
    Lu

  • Antworten Sarah ❤ 18. Juli 2015 um 14:35

    Dieses Gefühl kenne ich zu gut… Schön geschrieben wieder :* freue mich jedes mal auf Deinen Freitags Post!

  • Antworten Madame Keke 18. Juli 2015 um 15:52

    Du schaust toll aus, sehr schön hast du das verfasst, wirklich emotional.

    xoxo

  • Antworten Stylekooky Me 18. Juli 2015 um 17:11

    just simply love your hair style and your makeup!! so pretty x

    Stylekooky.me

  • Antworten Just Myself 18. Juli 2015 um 18:29

    Ein wirklich schöner Text liebe Andrea <3

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  • Antworten paapatya' blog 18. Juli 2015 um 20:04

    der Text gefällt mir auch sehr gut, welchen Roman liest du momentan?

  • Antworten Mara 19. Juli 2015 um 14:43

    Sehr nachdenklicher Text, wirklich schön geschrieben!
    Liebst, Mara von Maraposa

  • Antworten Lea 19. Juli 2015 um 15:32

    Gott nervt es mich, wenn bei guten Texten nur Kommentare zu den Bildern kommen 😀
    Also sowohl Text als auch Bild sind toll geworden! 🙂
    Als Mensch mit "geheilter" Angststörung verstehe ich dich sehr gut – in der Zeit wo es mir schlecht ging, habe ich immer Listen geschrieben, Listen über die schönen Dinge, die mir jeden Tag begegnet sind.
    Und das hat mir sehr geholfen 🙂

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