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Freitagspost: Die schönsten Probleme, die ich je hatte

29. Juni 2018
Die vielleicht schönsten Probleme die ich je hatte-Freitagspost andysparkles

Ich spieße ein Stückchen Sushi auf und überlege kurz, ob ich noch ein Getränk bestellen soll, bis mein Blick auf die Uhr fällt. 20:40 Uhr. Oh nein. Es wird bald dunkel. „Wir müssen los“, fange ich an zu hetzen und werde immer nervöser. Mein Ziel war heute noch drei Aufträge zu shooten, nicht gemütlich Sushi essen. Wir steigen ins Auto, fahren zur Location. Vielleicht bleiben uns noch 20 Minuten, bis es wirklich zu dunkel ist.

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Ich stehe unter Strom

Zwar bin ich wirklich genervt von Leuten, die ständig „so gestresst“ sind und nie Zeit haben. Doch jetzt zähle ich mich auch dazu. In meinem E-Mail Postfach stapeln sich die virtuellen To-Dos, daheim die aus Papier. Ich versetze eine Freundin ungefähr 10x und sage Termine zu, die ich dann nur doch wieder absage.

„War das Event heute? Oder morgen?“ Es war heute und ich habe es verpasst. Ich habe einen Termin völlig vergessen, den ich in meinem Kalender ganz genau eingetragen hatte.

Letzten Samstag bin ich daheim geblieben, um bis nachts um 3 Uhr zu fotografieren. Habe ausgemistet, damit wenigstens die Kleiderstapel mal weniger werden in meiner Wohnung.

Ich hatte noch nie so viele Möglichkeiten, wie ich sie momentan habe. Und ich hatte noch nie so wenig Zeit, sie auszunutzen.

Seitdem ich angefangen habe einen Monatsrückblick auf dem Blog einzuführen, ist mir bewusst geworden, wie viel ich eigentlich in die paar Tage quetsche. Ist Berlin schuld an meiner ständigen Zeitnot? Versuche ich eine immer währende Leere zu füllen oder kann ich nur Prioritäten nicht richtig setzen? Ist es vielleicht FOMO?

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Die schönsten Probleme, die ich je hatte

Es war schon längst Abenddämmerung am Tempelhofer Hafen, wir schießen die letzten Fotos einfach trotzdem im Dunkeln und als dann das Parkhaus schon geschlossen war, in dem wir geparkt hatten, muss ich lachen.

Ich muss so richtig lachen. Weil so viel schief geht und eigentlich doch nichts. Der Parkwärter, wach geklingelt von unseren Telefonaten, schließt das Parkhaus wieder auf, mit der typischen grummeligen Berliner Freundlichkeit.

Wenn ich abends heimfahre, nach einem vollen und anstrengenden Tag und mich auf meine Katzen freue, dann denke ich mir, dass ich wirklich privilegiert bin. Ich lebe in der besten Stadt in Deutschland, ich bin gestresst wegen meiner Arbeit, die ich über alles liebe, und komme einfach nicht dazu, meine Wohnung fertig einzurichten. Das sind die vielleicht schönsten Probleme, die ich in den letzten Jahren je hatte.

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3 Kommentare

  • Antworten Marmormaedchen 1. Juli 2018 um 22:15

    Hallo Andy
    Ein richtig schöner Post, der mich auch ein bisschen zum Lachen gebracht hat (die Parkhaussituation kenne ich nämlich leider). Wir sollten manchmal – wenn wir im Stress versinken und alles nur noch grau-schwarz sehen, ein bisschen Dankbarkeit üben. Und uns fragen, wie viel von dem Stress, den wir haben, selbstgemacht ist.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.ch

  • Antworten Saskia 3. Juli 2018 um 06:42

    Herrlich. Es stimmt. Bei mir läuft es gerade auch nicht rund, aber das sind tatsächlich auch bei mir die schönsten Probleme, die ich je hatte 🙂 Danke für den tollen Beitrag. Er hat mir richtig gut gefallen!

  • Antworten Christine 3. Juli 2018 um 08:58

    Ein Nachtshooting so richtig im Dunkeln wäre mal schön!

    LG Christine

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