Anzeige – Erfahrungsbericht vom Mars Pressday in Hamburg
Am Montag war ich wieder in Hamburg, denn Mars hatte mich zum Pressday rund um das Global Adoption Weekend eingeladen. Das Thema war dasselbe wie im letzten Jahr: Tieradoption. Die Frage dahinter war diesmal aber eine andere. Es ging nicht darum, warum Adoption so schön ist. Es ging darum, warum so viele Menschen es trotzdem nicht tun.
Genau darüber schreibe ich heute. Über die Vorurteile bei der Tieradoption, die sich so hartnäckig halten. Über das, was Alena Gerber in Hamburg erzählt hat. Und über unsere eigene Geschichte mit Tieren aus dem Tierschutz.

Mars Pressday 2026: Diesmal ging es um die Zweifel
Im letzten Oktober habe ich dir schon erzählt, warum jedes Haustier ein liebevolles Zuhause verdient. Damals stand das Schöne im Vordergrund. Dieses Jahr hat Mars den Blick auf die Hürden gelenkt.
Dafür gab es eine neue internationale Studie. Das Institut Censuswide hat im Juli über 26.000 Menschen in 14 Ländern befragt. Die Zahlen für Deutschland fand ich besonders spannend:
- Zwei Drittel der Befragten leben bereits mit einem Haustier.
- 55 Prozent der Tierhalter haben aber noch nie ein Tier adoptiert.
Die Liebe zu Tieren ist also da. Der Weg ins Tierheim offenbar nicht. Warum ist das so?
Parallel läuft in Hamburg seit dem 21. September eine Plakatkampagne. Sie zeigt Hunde und Katzen aus dem Tierheim Süderstraße. Mit dabei sind neben Pedigree und Whiskas auch Fressnapf, der Deutsche Tierschutzbund und der Hamburger Tierschutzverein von 1841. Die Motive greifen genau die Sorgen auf, die in der Umfrage am häufigsten genannt wurden.

Was Menschen davon abhält, ein Tier zu adoptieren
Laut der Mars-Studie ist es vor allem die Unsicherheit. 37 Prozent der Befragten in Deutschland sorgen sich um die Gesundheit des Tieres und seine unbekannte Krankengeschichte. 31 Prozent haben Bedenken wegen seines Verhaltens. Dazu kommen ganz praktische Fragen. Passt das Tier in meinen Alltag? Was mache ich, wenn es Probleme gibt?
Ich verstehe diese Fragen. Ich habe sie mir 2012 auch gestellt. Aber viele davon lösen sich auf, sobald man genauer hinschaut. Hier sind die Vorurteile, die mir am häufigsten begegnen.
Vorurteil 1: Tierheimtiere sind oft krank
Das ist wohl die größte Sorge. Dabei werden Tiere im Tierheim in der Regel tierärztlich untersucht, bevor sie vermittelt werden. Viele sind geimpft, gechippt und kastriert. Wenn ein Tier eine Erkrankung hat, erfährst du das vorher.
Und mal ehrlich: Auch beim Welpen vom Züchter gibt es keine Garantie. Bei Tieren aus dem Internet oder von dubiosen Vermehrern schon gar nicht. Eine unbekannte Vorgeschichte ist kein Merkmal von Tierheimtieren. Sie ist manchmal einfach Teil des Lebens.
Vorurteil 2: Die Tiere sind traumatisiert oder schwierig
Alena Gerber hat in Hamburg einen Punkt gemacht, der hängen geblieben ist. Das typische Tierheimtier gibt es nicht. Viele Tiere landen dort, weil sich das Leben ihrer Menschen verändert hat. Eine Trennung, ein Umzug, eine Allergie. Manche wurden sogar im Tierheim geboren.
Natürlich gibt es auch Tiere mit schlechten Erfahrungen. Die brauchen mehr Zeit. Aber genau dafür sind die Mitarbeitenden im Tierheim da. Sie kennen ihre Schützlinge und sagen dir offen, ob ein Tier zu dir passt. Diese Beratung bekommst du beim Kauf über eine Kleinanzeige garantiert nicht.

Vorurteil 3: Im Tierheim gibt es nur alte Mischlinge
Dieser Punkt war Alena besonders wichtig. Im Tierheim findest du auch Rassehunde. Der Deutsche Tierschutzbund weist sogar darauf hin, dass gerade beliebte Rassen mit Qualzuchtmerkmalen die Tierheime zunehmend belasten. Ein Beispiel ist die Französische Bulldogge. Die Tiere werden wegen Gesundheits- oder Verhaltensproblemen abgegeben und warten dann oft besonders lang.
In Berlin kommt noch etwas dazu. Im Tierheim Berlin leben täglich rund 1.300 Tiere. Darunter viele sogenannte Listenhunde, deren Vermittlung wegen der Berliner Rasseliste schwierig ist. Wer einen bestimmten Hund sucht, sollte also zuerst im Tierheim nachfragen.
Vorurteil 4: Mit Kind ist eine Adoption zu riskant
Das Gegenteil ist der Fall, finde ich. Das Tierheim weiß in der Regel, ob ein Tier mit Kindern klarkommt. Diese Information hast du bei einem Welpen noch gar nicht. Bei einem erwachsenen Tier kennst du den Charakter schon. Das ist mit Kind ein riesiger Vorteil.
Trotzdem passt nicht jedes Tierheimtier in jede Familie. Mit kleinen Kindern musst du genauer hinschauen. Tiere brauchen Rückzugsorte, und Kinder müssen erst lernen, Grenzen zu respektieren. Und ganz klar: Kleine Kinder und Hunde bleiben nie unbeaufsichtigt zusammen.
Vorurteil 5: Eine Adoption ist kompliziert
Ja, es gibt ein Gespräch. Oft einen Schutzvertrag und manchmal eine Vorkontrolle. Das kostet etwas Zeit. Aber es schützt dich und das Tier vor einer Fehlentscheidung. Spannend fand ich, dass die Menschen in Deutschland den Tierheimen besonders viel Vertrauen schenken. Viele wünschen sich, auch nach der Adoption mit dem Tierheim in Kontakt zu bleiben. Wer sich vorher informieren will, findet im neuen Adoption Hub von Mars Checklisten und Tipps.

Luna und Hexe: Unsere Katzen aus dem Tierschutz
2012 habe ich Luna und Hexe aus dem Tierschutz adoptiert. Luna war rot, neugierig und klug. Hexe war grau-weiß und unglaublich schüchtern. Sie hat lange gebraucht, um Vertrauen zu fassen.
War das immer einfach? Nein. Hexe hatte ihre Baustellen, und es gab Phasen, in denen ich mir Sorgen gemacht habe. Aber genau daraus ist eine ganz besondere Bindung entstanden.
Beide sind inzwischen nicht mehr bei uns. Das tut immer noch weh. Aber ich weiß, dass sie viele gute Jahre hatten. Und ich habe nie bereut, dass ich damals ins Tierheim gegangen bin und nicht zum Züchter.

Benzina und Chapinha: Adoption auf Brasilianisch
Mein Freund Fernando hat seine beiden Hunde in Brasilien adoptiert. Benzinas Mutter war eine Straßenhündin, Benzina stammt aus ihrem Wurf. Auch Chapinha hatte eine Vergangenheit, die nicht nach Bilderbuch klingt.
Beide sind mit ihm nach Berlin gekommen und haben den Umzug über den Ozean mitgemacht. Chapinha ist im letzten November gestorben und fehlt uns sehr. Benzina ist heute eine echte Seniorin und genießt ihr ruhiges Leben bei uns. Mit ihr war ich sogar schon im Urlaub auf Juist. Wenn ich an die beiden denke, denke ich nicht an Straßenhunde. Ich denke an Familie.
Alena Gerber: Tierschutz als Familiensache
Beim Pressday hat mich Alena Gerber besonders beeindruckt. Ich konnte auch kurz persönlich mit ihr sprechen. Sie engagiert sich seit Jahren im Tierheim und hat mit Onyx selbst einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert. Was ich nicht wusste: Sie ist gemeinsam mit ihrer Tochter im Tierschutz aktiv.
Das hat bei mir sofort etwas ausgelöst. Dottie ist jetzt 19 Monate alt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später gemeinsam mit ihr im Tierheim zu helfen. Gassi gehen, Katzen beschäftigen, einfach da sein. Kinder lernen dabei Verantwortung und Mitgefühl. Und zwar nicht aus einem Buch, sondern ganz echt.
Alena hat außerdem klar gemacht, wie sie das Thema sieht. Für sie gibt es eigentlich keinen Grund, nicht zu adoptieren. Die meisten Vorurteile lassen sich schnell widerlegen, wenn man sich die Tiere wirklich ansieht. Sie hat auch erzählt, wie schön die kleinen Fortschritte mit Onyx waren. Irgendwann merkt man, dass das Tier angekommen ist. Diesen Moment kenne ich gut.

Warum wir wieder adoptieren werden
Für uns steht fest: Das nächste Tier kommt wieder aus dem Tierschutz. Dottie soll mit Tieren aufwachsen. Sie soll lernen, dass ein Tier kein Spielzeug ist und dass jedes eine eigene Geschichte hat.
Die Mars-Studie zeigt übrigens, was Adoptierende am meisten berührt:
- 46 Prozent zählen es zu den schönsten Erfahrungen, wenn ihr Tier zur Ruhe kommt.
- 37 Prozent schätzen besonders die starke Bindung, die mit der Zeit entsteht.
Ich kann beides nur unterschreiben. Romantisieren will ich eine Adoption aber nicht. Manchmal kostet sie Geduld, Geld und Nerven. Tiere mit Krankheiten oder schlechten Erfahrungen brauchen mehr Unterstützung. Das solltest du ehrlich einplanen.
Wenn du gerade über deinen ersten eigenen Hund nachdenkst, nimm dir Zeit. Eine Adoption ist eine Entscheidung für viele Jahre. Zeit, Wohnung und Job sollten zum Tier passen. Das gilt aber für jedes Tier, egal woher es kommt.

Mein Fazit: Hingehen und nachfragen
Die meisten Vorurteile bei der Tieradoption entstehen aus Unwissen. Die gute Nachricht: Unwissen lässt sich leicht ändern. Geh ins Tierheim in deiner Nähe. Stell deine Fragen. Lern die Tiere kennen.
Vielleicht ist das passende Tier nicht dabei. Vielleicht aber doch. Bei Luna, Hexe, Benzina und Chapinha war es das jedenfalls. Und ich bin mir sicher, dass Dottie eines Tages ihre eigene Adoptionsgeschichte erzählen wird.
Hast du schon mal ein Tier adoptiert? Oder hält dich noch etwas davon ab? Schreib es mir gern in die Kommentare.






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