Dottie braucht Beschäftigung! Und zwar jeden Tag, am liebsten von morgens bis abends. Sie möchte klettern, spielen, sich verstecken und ständig etwas Neues entdecken. Die kleine Spielecke im Wohnzimmer reichte dafür irgendwann einfach nicht mehr aus.
Eigentlich sollte im großen Raum oben mein Fotostudio entstehen. Mit verschiedenen Hintergründen, Platz für meine Kameraausrüstung und allem, was ich für meine Arbeit als Fotografin brauche. Doch wir haben erstmal unsere Pläne geändert und aus meinem zukünftigen Fotostudio ein richtig großes Kinderzimmer gemacht.
Wie wir das Kinderzimmer gemütlich eingerichtet haben, obwohl unsere Wohnung dafür keinen klassischen Raum hat, zeige ich euch hier. Dazu verrate ich euch meine liebsten Einrichtungstipps.

Unser Problem: Wohin mit dem Kinderzimmer?
Unsere Wohnung hat einen etwas ungewöhnlichen Grundriss. Wir haben ein Schlafzimmer, eine offene Wohnküche und ein kleines Büro. Dazu kommt oben ein großer, offener Raum, den man über eine Treppe erreicht.
Das Schlafzimmer wollten wir nicht aufgeben. Fernando braucht außerdem sein Büro. Er arbeitet viel von zu Hause, hat oft Meetings und braucht dafür einen ruhigen Arbeitsplatz.
Blieb also nur der große Raum oben. Den hatte ich allerdings schon fest für mein Fotostudio eingeplant. Ich hatte sogar schon ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie ich alles einrichten wollte.
Aber mit einem Kleinkind ändern sich die Prioritäten manchmal schneller, als man denkt. Ein eigenes Fotostudio wäre schön gewesen. Dottie kann den Platz gerade aber deutlich besser gebrauchen.
Unsere Lösung: Ein großes Kinderzimmer zum Spielen und Entdecken
Aus meinem geplanten Fotostudio wurde also ein Kinderzimmer. Inzwischen bin ich wirklich froh über diese Entscheidung. Der Raum ist groß genug für verschiedene Bereiche, ohne dass alles vollgestellt wirkt.
Ein eigener Bereich für Kleidung und Pflege
Hier stehen das Kinderbett, der Kleiderschrank und die Wickelkommode. So haben wir alles, was wir zum Anziehen und Wickeln brauchen, an einem festen Platz.
Viel Platz zum Spielen und Toben
Der größte Teil des Raumes gehört natürlich Dottie. Hier hat sie endlich genug Platz, um sich auszutoben.
Wir haben einen Laufstall, verschiedene Spielsachen und ein kleines Spielzelt zum Verstecken. Das Zelt mag ich besonders. Es lädt nicht nur zum Spielen ein, sondern schafft auch eine gemütliche kleine Ecke im großen Raum.
Was ich an unserem Kinderzimmer besonders mag: Es gibt viel freie Fläche. Dottie kann sich bewegen, ohne dass überall Möbel im Weg stehen. Gleichzeitig haben wir den großen Raum mit kleinen Bereichen gemütlicher gemacht.
Eine Herausforderung bleibt allerdings die offene Treppe. Hier ist eine zuverlässige Kindersicherung besonders wichtig.
Kinderzimmer in einem offenen Raum einrichten: Das solltet ihr beachten
Nicht jede Wohnung bietet ein klassisches Kinderzimmer mit vier Wänden und einer Tür. Vielleicht habt ihr wie wir einen offenen Raum mit Treppe, einen ausgebauten Dachraum oder eine Galerie, die ihr nutzen möchtet. Dann gibt es ein paar Dinge, auf die ich besonders achten würde.
Temperatur: Oben kann es im Sommer ziemlich warm werden. Ein Thermometer hilft, die Temperatur im Blick zu behalten. Besonders wichtig ist das, wenn euer Kind dort auch schläft.
Sicherheit: Eine offene Treppe muss unbedingt gesichert werden. Bei uns ist das der wichtigste Punkt. Ein passendes Treppenschutzgitter gehört dazu, sobald das Kind mobil wird.
Abtrennung: Auch ohne Wände könnt ihr verschiedene Bereiche schaffen. Ein Regal, ein Teppich oder ein Raumteiler helfen, den Raum optisch aufzuteilen.
Akustik: Große Räume hallen schnell. Teppiche, Vorhänge und andere Textilien machen sie nicht nur gemütlicher, sondern auch ruhiger.
Ruhe: Ist das Kinderzimmer gleichzeitig Schlafbereich, braucht ihr eine Lösung für das Tageslicht. Eine gute Verdunkelung ist hier die halbe Miete, damit auch der Mittagsschlaf klappt.

Meine 7 Tipps, um ein Kinderzimmer gemütlich einzurichten
Ein Kinderzimmer muss nicht perfekt durchgestylt sein. Im Gegenteil: Ich finde, man sollte sofort sehen, dass hier ein Kind lebt. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, mit denen ihr auch einen großen oder eher ungemütlichen Raum richtig schön gestalten könnt.
1. Verschiedene Bereiche schaffen
Ein Kinderzimmer ist Schlafplatz, Spielzimmer und Rückzugsort in einem. Deshalb lohnt es sich, den Raum in Bereiche aufzuteilen.
Dafür braucht ihr keine zusätzlichen Wände. Schon ein Teppich grenzt eine Spielecke optisch ab. Ein kleines Regal schafft Platz für Bücher und Spielzeug und trennt gleichzeitig Bereiche voneinander.
Bei uns hat diese Aufteilung viel verändert. Der große Raum wirkt dadurch deutlich wohnlicher.
2. Auf warmes Licht setzen
Grelles Deckenlicht mag ich generell nicht besonders. Gerade im Kinderzimmer finde ich mehrere kleine Lichtquellen viel angenehmer.
Eine dimmbare Lampe, indirekte Beleuchtung oder ein kleines Nachtlicht sorgen für eine gemütliche Stimmung. So muss nicht immer die große Deckenlampe an sein.
Schläft euer Kind im Kinderzimmer, lohnt sich auch eine gute Verdunkelung. Mehr dazu habe ich in meinem Artikel Warum Babys im Dunkeln besser schlafen geschrieben.
3. Mit Teppichen und Kissen Gemütlichkeit schaffen
Textilien verändern einen Raum oft mehr als neue Möbel. Gerade in großen Räumen machen Teppiche, Kissen und Vorhänge einen riesigen Unterschied.
Ein weicher Spielteppich ist für Kleinkinder außerdem praktisch, weil sie ohnehin viel Zeit auf dem Boden verbringen.
Ich mag auch kleine Kuschelecken mit Sitzkissen. Bei ungewöhnlichen Grundrissen oder in kleinen Spielzelten passen Standardkissen aber oft nicht richtig rein. Viel schöner sieht es aus, wenn man nicht fünf verschiedene Kissen hineinquetscht. Stattdessen könnt ihr euch online kissen nach maß online anfertigen lassen. So nutzt ihr Nischen perfekt aus, und alles wirkt direkt aufgeräumter.
Wichtig ist nur: Lose Kissen und Decken gehören nicht in den Schlafbereich von kleinen Babys. Und bei Kleinkindern sollte alles altersgerecht sein.
4. Ruhige Farben als Grundlage wählen
Kinderzimmer müssen für mich nicht komplett bunt sein. Spielzeug, Bücher und Kuscheltiere bringen schon jede Menge Farbe mit.
Deshalb setze ich bei Wänden und größeren Möbeln lieber auf ruhige Farben. Beige, Creme, sanftes Grün oder warme Naturtöne lassen sich wunderbar kombinieren.
Langweilig muss es deshalb nicht aussehen. Bunte Bilder, Spielzeug und persönliche Erinnerungsstücke setzen genug Akzente. Und ändert sich der Geschmack später, muss nicht gleich das ganze Zimmer neu eingerichtet werden.
5. Spielzeug so aufbewahren, dass Kinder selbst herankommen
Seit Dottie immer selbstständiger wird, merke ich, wie wichtig es ist, dass sie ihre Sachen allein erreicht. Niedrige Regale, offene Körbe und kleine Boxen sind dafür ideal.
Natürlich liegt dann manchmal innerhalb weniger Minuten der komplette Inhalt auf dem Boden. Aber das gehört eben dazu.
Ich versuche trotzdem, nicht alles gleichzeitig anzubieten. Ein Teil des Spielzeugs bleibt im Schrank und wird später ausgetauscht. So bleibt die Auswahl überschaubar.
6. Sicherheit nicht vergessen
Ein gemütliches Kinderzimmer bringt wenig, wenn überall Gefahren lauern. Gerade bei Kleinkindern, die ständig auf Entdeckungstour sind, solltet ihr auf einige Dinge achten:
- Schränke und Regale kippsicher an der Wand befestigen
- Steckdosen sichern und Kabel außer Reichweite halten
- Fenster und Treppen kindersicher machen
- Keine Möbel direkt vor Fenster oder Treppengeländer stellen
- Verschluckbare Kleinteile und lose Schnüre vermeiden
- Spielgeräte passend zum Alter des Kindes auswählen
Eine praktische Liste zum Abhaken gibt es beim Sicherheits-Check für das Kleinkindalter von kindergesundheit-info.de. Weitere Tipps rund um Unfallschutz zu Hause hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder zusammengestellt.
7. Möbel kaufen, die mitwachsen
Bei Kindermöbeln würde ich nicht alles neu kaufen, nur weil sich die Bedürfnisse ändern. Eine Wickelkommode lässt sich später vielleicht als normale Kommode nutzen. Ein höhenverstellbarer Tisch hält mehrere Jahre. Auch bei Regalen lohnen sich flexible Lösungen.
Ich investiere lieber in wenige gute Möbel, die lange genutzt werden. Wie wir generell bei Anschaffungen für Dottie sparen, habe ich in meinem Artikel Geld sparen mit Baby zusammengefasst.
Meine liebsten Deko-Ideen fürs Kinderzimmer
Neben den Möbeln macht vor allem die Deko einen Raum persönlich. Ich mag es dabei lieber gemütlich als perfekt. Ein Kinderzimmer darf ruhig ein bisschen verspielt aussehen.
Ein kleines Spielzelt: Dottie liebt es, sich zu verstecken. Ein Zelt ist deshalb eine schöne Möglichkeit, eine eigene kleine Spielecke zu schaffen.
Bilder an den Wänden: Tiermotive, Illustrationen oder Familienfotos machen das Zimmer individueller. Besonders schön finde ich eigene Fotografien, weil sie eine persönliche Geschichte erzählen. Wie ihr eure Lieblingsmomente an die Wand bringt, zeige ich euch in Familienmomente als Leinwandbild.
Körbe für Spielzeug: Sie sehen schöner aus als Plastikboxen und sind trotzdem praktisch. Achtet nur auf eine stabile Verarbeitung ohne scharfe Kanten oder lose Kleinteile.
Kuschelecke: Ein weicher Teppich und ein paar passende Sitzkissen machen aus einer ungenutzten Ecke einen schönen Platz zum gemeinsamen Bücheranschauen.
Indirekte Beleuchtung: Kleine Lampen mit warmem Licht sorgen für eine schöne Stimmung. Lichterketten sollten so hängen, dass Kinder weder Kabel noch Leuchten erreichen.
Weitere Ideen für eine gemütliche Wohnung findet ihr in meinen #CozyHome Hacks.
Häufige Fragen zum gemütlichen Kinderzimmer
Welche Farben machen ein Kinderzimmer gemütlich?
Warme, gedeckte Farben wie Beige, Creme, Sand oder Salbeigrün. Sie lassen sich gut mit Holzmöbeln und buntem Spielzeug kombinieren.
Wie kann ich ein kleines Kinderzimmer gemütlich einrichten?
Bei wenig Platz würde ich vor allem auf Möbel mit Stauraum achten. Nutzt die Wände für Regale, aber befestigt sie unbedingt kippsicher. Ein kleiner Teppich und warmes Licht verändern schon viel.
Was gehört in ein Kinderzimmer für Kleinkinder?
Für mich sind freie Spielfläche, altersgerechtes Spielzeug, sichere Möbel und gut erreichbarer Stauraum am wichtigsten. Eine gemütliche Ecke zum Bücherlesen finde ich ebenfalls schön.
Was tun, wenn es kein eigenes Kinderzimmer gibt?
Schaut euch an, welche Bereiche ihr anders nutzen könnt. Manchmal lässt sich ein wenig genutztes Arbeitszimmer umgestalten oder ein größerer Raum aufteilen. Nicht jedes Kind braucht sofort ein komplett eigenes Zimmer.
Mein Fazit: Ein gemütliches Kinderzimmer muss nicht perfekt sein
Ich hätte wirklich gern mein eigenes Fotostudio gehabt. Als Fotografin könnte ich einen festen Raum dafür gut gebrauchen. Aber im Moment ist mir wichtiger, dass Dottie genug Platz zum Spielen und Entdecken hat.
Und wenn ich sehe, wie sie durch ihr Kinderzimmer läuft und alles erkundet, weiß ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Mein Fotostudio kann noch ein bisschen warten. Bis dahin überlege ich mir eben andere Lösungen für meine Shootings.
Habt ihr ein eigenes Kinderzimmer, oder ist bei euch das Wohnzimmer gleichzeitig Spielzimmer? Schreibt es mir gern in die Kommentare!





Keine Kommentare