Freitagspost

Freitagspost: Bin ich ein guter Mensch?

1. Dezember 2017
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Die Buhrufe gegen Influencer und Instagram-Sternchen werden in den sozialen Netzwerken immer lauter. Ihnen wird Belanglosigkeit vorgeworden, das sie für Geld (fast) alles tun und dabei keine hohe Messlatte an Qualität setzen. Ich fühle mich da nicht so sehr angesprochen, weil ich keiner von diesen 100k Influencern bin, die ständig durch die Welt jetten in Designerfummeln. Mein Leben ist ziemlich normal. Ich pendele jeden Tag zur Arbeit, spare meine Cents zusammen um mit Christine einen Trip nach Thailand zu machen und ich shoppe im Sale bei H&M. Bin ich ein guter Mensch? Darüber denke ich in diesem Freitagspost nach.

Warum dieses Influencer-Bashing? Meine Denkansätze

Dennoch lässt mich das nicht kalt. Ich bin so ein Mensch, der immer ständig alles hinterfragt. Sich selbst und auch die anderen. Was sind das für Motive, warum gibt es so viel Influencer-Bashing derzeit? Ich habe mehrere Theorien oder besser gesagt Denkansätze dazu. Erstens mal ist es neu. Alles was neu ist, ist erstmal unbehaglich. Ich weiß, wie in Saarbrücken ein erster Starbucks eröffnete. Die Leute drückten sich die Nase platt am Laden, schauten rein, trauten sich  nicht rein, es war ihnen unheimlich. Dieser teure, amerikanische Kaffee. Ist das was? Heute juckt es keinen mehr.

Dann ist es so, dass irgendwie jeder Influencer werden kann, es erfordert keine bestimmten Qualifikationen, und dann doch wieder nicht. Manche schaffen es, manche nie. Das fördert natürlich Neid – denn warum der, wenn nicht ich? Man kann nicht sagen, ich bin nicht dünn genug oder zu klein, wie beim Modeln.

Influencer sind weder besonders schön, noch besonders talentiert. Ich meine damit keineswegs, dass sie untalentiert sind, ganz im Gegenteil. Aber wir sind nun mal keine Wunderkinder, die begnadet Geige spielen, eine Olympiade gewinnen oder den Nobelpreis in Physik. Eher Multitalente, die oftmals Stylist, Model, Fotograf, Grafiker, Informatiker und Autor in einer Person sindSie sind unterhaltsam und inspirieren. Nur – warum eigentlich?

Ich denke, unsere Welt wird immer kälter. In den Bahnen sitzen wir vor unseren Smartphones, wir müssen so viel arbeiten, wir haben immer weniger Zeit für uns und unsere Beziehungen zu Menschen. Warum sonst gibt es Trends wie Mukbang, wo man sich einfach Leute anschaut, die vor der Kamera essen? Wie belanglos ist das denn bitte? Sagen wir es mal so. Wir sind einsam. Viele von uns sind einsam. Deswegen schauen wir uns lieber Daily Vlogs von YouTubern an und folgen den Stories unserer liebsten Influencern durch die Welt. Ganz bequem von daheim aus. Vom Sofa. Ohne Jetlag und den ganzen Stress. Wir dürfen mit Xenia um die Welt reisen, gratis und ohne Abo-Verpflichtung.

Bin ich ein guter Mensch?

Bin ich ein guter Mensch? Oder bin ich ein schlechter Mensch, weil ich für Bezahlung Anti-Aging-Pflege bewerbe und über Shopping Trends schreibe? Generell frage ich mich schon lange, ob ich ein guter Mensch bin. Prinzipiell ist es so, dass man ein guter Mensch ist, so lange man keine andere Menschen vorsätzlich schädigt. Doch reicht das wirklich aus?

Reicht es aus, täglich seinen Müll zu trennen, in der Bahn für alte Menschen aufzustehen? Ich versuche immer, hilfsbereit zu sein. Habe Jutebeutel dabei, verschwende kein Plastik oder Wasser. Benutze nicht mehr Strom als nötig. Ich fahre fast immer mit den Öffis und spende sehr viel von meinen Kleidern und Beautysachen.

Ehrenamt – ja oder nein? Habt ihr Tipps für mich?

Bei diesem Beitrag würde ich mich total über sehr viel Feedback freuen. Denn diese Frage geht an euch: Macht ihr etwas im ehrenamtlichen Bereich? Engagiert ihr euch? Kann ich euch dabei helfen? Würde euch ein Blogbeitrag oder ein Instagram Feature helfen oder benötigt ihr vielleicht sogar Sachspenden?

Denn vielleicht sollten wir wirklich mehr tun. Neben Handcreme und Lipgloss. Platz zum Helfen schaffen. Vielleicht schafft eine gewisse Reichweite auch eine gewisse Form von Verantwortung. 

Fotos von Christine, entstanden im Neon Museum in Warschau 

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9 Kommentare

  • Antworten L♥ebe was ist 1. Dezember 2017 um 18:58

    spannender BP mir geht das Bashing auch gegen den Strich :/
    happy friday,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  • Antworten Malin 1. Dezember 2017 um 23:56

    Tolle Fotos! ✨
    Ich persönlich habe mich jahrelang ehrenamtlich arrangiert und bereue es keineswegs.
    Viele machen es nur, weil es sich gut im Lebenslauf macht, aber letztendlich bringt es einen persönlich auf viele Ebenen weiter.

  • Antworten Ricarda 2. Dezember 2017 um 09:25

    Sehr schöne Bilder und ein ganz wichtiger Denkansatz meine Liebe!

    Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich zu engagieren, ob ehrenamtlich, im familiären Kontext oder sonst wie, aber es sollte für uns alle selbstverständlich sein, zu teilen und zu geben. Nicht nur an Weihnachten 🙂

    Liebste Grüße,
    Ricarda von CATS & DOGS

  • Antworten Saskia 2. Dezember 2017 um 12:03

    Ein wirklich großartiger Beitrag mit einem tollen Angebot von dir! Das ist wirklich eine gute Frage. Die Sache mit dem Influencer-Bashing verstehe ich auch nicht so richtig. Wenn mich etwas nicht interessiert, dann klicke ich weg. Meinungen und Geschmäcker gehen auseinander, aber warum soll ich mich über Dinge ärgern oder aufregen, die mich nicht jucken. Ich glaube, dass es gerade ein vermeintliches Problem ist, dass bestimmte Influencer eben nicht mehr das sind was sie vielleicht früher waren. Manche haben eine so große Reichweite, dass sie bei den It-Girls oder Stars mitspielen und eben nicht mehr sind wie früher und es am Ende tatsächlich „nur noch Werbung ohne Mehrwert für den Leser“ gibt. Ich folge verschiedenen Blogs und meistens ist auch werblicher Inhalt richtig gut aufgearbeitet und trotzdem Hagelt es Kritik, die ich nicht verstehen kann.
    Zum Ehrenamt noch: Ich bin leider auch nicht aktiv irgendwo mit dabei, aber finde es sehr gut von dir, dass du deine Reichweite dafür nutzen möchtest 🙂

  • Antworten Dolce Petite 2. Dezember 2017 um 21:08

    Liebe Andy,

    ich möchte dir vorweg ein großes Kompliment für die Fotos machen!
    Influencer als Wunderkinder – ja, so pauschal kann man das sicher nicht sagen. Aber den Menschen, die ein so tolles Gefühl für Content haben, möchte ich schon ein großes Kompliment zusprechen – nicht anders als einem talentierten Pianisten oder Schriftsteller.

    Viele liebe Grüße,
    xx,
    Jasmin
    http://www.dolcepetite.com

  • Antworten Berma 3. Dezember 2017 um 17:48

    Liebe Christine, das sind wieder einmal tolle Gedanken. Ich fühle mich in deinen Freitags Posts immer angesprochen 🙂 Ich habe mal ehrenamtlich gearbeitet, später dann aber keine Zeit mehr gehabt leider :/

    Liebste Grüße, Berna von paapatya’blog

  • Antworten Marie 4. Dezember 2017 um 09:34

    Ehrenamtlich habe ich mich noch nie engagiert. Aber ich glaube, dass das auch nicht ausschlaggebend ist, ob man ein guter Mensch ist oder nicht. Hilfsbereitschaft hat viele Gesichter.
    Schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt. Liebe Grüße Marie

  • Antworten Michelle 4. Dezember 2017 um 13:16

    Ein sehr schöner und nachdenklicher Post. Tatsächlich habe ich mir die Frage auch schon sehr oft gestellt.
    Ich würde trotzdem sagen, dass ich ein guter Mensch bin auch wenn ich nicht viel spende oder sonstiges.
    Aber ich bin für mein Umfeld da. Springe auf der Arbeit ein wenn mal etwas ist. Habe immer ein offenes Ohr…
    Solche Dinge zählen im Leben auch.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

  • Antworten Saskia-Katharina Most 7. Dezember 2017 um 13:37

    Ein toller Beitrag, der zum Nachdenken anregt.

    Liebe Grüße,
    Saskia-Katharina

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