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Hat Twilight mein Bild der Liebe zerstört? Toxische Beziehungen in Filmen!

12. November 2021
Toxische Beziehungen in Filmen

Ich habe als Teenie alle Twilight Bücher verschlungen. Träumte von einem Mann wie Edward und dieser ganz großen Liebe, die ewig währt. Die wahre Liebe! Als dann die Filme herauskamen, habe ich auch diese natürlich alle direkt gesuchtet. Wann kommt „mein“ Edward endlich? Tatsächlich, obwohl es mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bewusst war, habe ich im Lauf der Jahre so einige Edwards getroffen. Männer, die Kontrolle mit Liebe verwechseln, krankhafte Eifersucht entwickeln und ihre Emotionen nur auf eine ungesunde Art und Weise ausdrücken können. Toxische Beziehungen! Denn genau das ist es auch, was Edward und Bella ausmacht. Doch das wurde mir erst viel später bewusst, als ich mal wieder in den Film reinschaute.

Toxische Beziehungen in Filmen

30something Kolumne auf andysparkles

Toxische Beziehungen in Filmen

Toxische Beziehungen in Filmen

Liebe tut weh. Das kannte ich schon aus meiner eigenen Familiengeschichte. Daher romantisierte ich genau das – wie die meisten anderen Frauen auch, das zeigen zumindest die Erfolgsraten dieser Filme – sehr in Filmen. Filme wie 365 Days, Twilight, 50 Shades of Grey, The Kissing Booth oder After Love zeigen toxische Beziehungsmuster als Liebesromanzen. Und wir? Lieben es. Alle diese Bücher wurden von Frauen geschrieben und danach verfilmt.

Sie gehen alle nach dem gleichen Muster vor: Der aufregende Bad Boy mit der wilden Vergangenheit und dem Aggressionspotential verliebt sich in die graue Maus. Meist ist das unerfahrene Mädchen sozial und wirtschaftlich dem großen Macker unterlegen, in Shades of Grey ist sie sogar Jungfrau. Die holde Maid wird in 365 Days sogar entführt, um dem Mafiaboss gefügig gemacht zu werden.

Die Frau sagt sich: Ich kann ihn ändern. Sie kehrt immer wieder zu ihm zurück, egal wie viele Menschen er ermordet (Twilight), ob er sie schlägt (Twilight) oder was auch immer. Der Mann ist meist auch ein kontrollsüchtiger Stalker, der gerne mal ungefragt in ihrem Zimmer steht und sie auf Schritt und Tritt kontrolliert.

Süß oder doch lieber eine einstweilige Verfügung?

Die Frauen verlieben sich nach wenigen Tagen unsterblich. Diese Beziehung, sie ist für immer! Sonst sterbe ich, frei nach Romeo und Julia.

Toxische Beziehungen in Filmen

Hat Twilight mein Bild der Liebe zerstört?

Ich habe lange gebraucht, um es endlich zu verstehen: Menschen können sich vielleicht ändern, doch Menschen ändern Menschen nicht. Der „Bad Boy“ wird nicht irgendwann anfangen, dich aufrichtig zu lieben und auf deine Bedürfnisse einzugehen. Er ist vielleicht ein Narzisst oder gar nicht fähig dazu. Egal was es ist, der Gedanke den Bad Boy zum liebevollen Ehemann und Vater zu bekehren, ist einfach nur realitätsfern. Bella sollte Edward in den Wind schießen und ihr eigenes Ding machen, ihre Erfahrungen machen und nicht alles für einen Vampir aufgeben.

Nein, Stalking ist nicht sexy. Gewaltpotential auch nicht. Richtig gruselig fand ich dazu dieses Zitat bei meiner Internet Recherche:

 Eine 2018 veröffentlichte Studie der Forscherin Julia Lippmann der University of Michigan hat die Effekte medialer Darstellung von Stalking untersucht. Eine erste Gruppe schaute Stalking-romantisierende und eine zweite Gruppe eher Stalking-problematisierende Filme. Das Experiment bewies, dass überwiegend jene, die die positiven Darstellungen für realistisch hielten, Stalking befürworteten. Sie hielten „Stalking Myths“ wie „Stalking ist eine Form von Liebe“ für richtig.

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