Brillen sind für mich seit Dezember 2022 kein Thema mehr, zumindest erstmal nicht. Damals hatte ich meine Augen-OP. Seitdem trage ich zwei phake Linsen im Auge. Das sind kleine Kunstlinsen, die zusätzlich zur eigenen Linse eingesetzt werden. Vorher hatte ich mich lange mit den Methoden des Augenlaserns beschäftigt. Am Ende sind es bei mir Linsen geworden. Morgens aufwachen und sofort alles scharf sehen, daran habe ich mich bis heute nicht satt gefreut!
Mein Freund hat dieses Glück nicht. Er liest mit einer günstigen Lesebrille aus der Drogerie. Ihr kennt das Modell. Man nimmt es an der Kasse mit, und irgendwann liegt es zerkratzt auf dem Nachttisch. Abends auf dem Sofa hält er das Handy inzwischen so weit weg, dass ich ihm fast die Nachrichten vorlesen könnte. Es wird also Zeit für eine richtige Brille.
Nur wo? Wir haben einen kleinen Optiker bei uns in Adlershof. Dann gibt es die großen Ketten. Und Brillen kann man inzwischen auch online bestellen. Die Wahl fällt schwerer als gedacht. Also habe ich mich eingelesen, Preise verglichen und mir überlegt, worauf es wirklich ankommt. Hier sind meine fünf Punkte, sortiert nach Wichtigkeit.

1. Ein gründlicher Sehtest kommt vor allem anderen
Die schönste Fassung bringt nichts, wenn die Werte nicht stimmen. Deshalb steht der Sehtest bei mir ganz oben. Genau hier liegt auch das Problem mit der Drogerie-Brille meines Freundes. Sie hat auf beiden Gläsern dieselbe Stärke. Die meisten Menschen sehen aber links und rechts unterschiedlich gut.
Die Stiftung Warentest hat das schon 2004 ausprobiert. Zehn Testpersonen haben sich ohne Beratung eine Fertiglesebrille ausgesucht. Nur zwei davon hatten am Ende eine Brille, die wirklich passte. Bei den anderen wurden unterschiedliche Werte auf beiden Augen oder eine Hornhautverkrümmung nicht ausgeglichen. Der Test ist alt, das Problem ist geblieben. Nur weil man mit einer Brille besser liest, passt sie noch lange nicht. Auch der Zentralverband der Augenoptiker rät von Fertigbrillen ab, selbst bei einfachen Lesebrillen.
Ein guter Optiker misst deshalb jedes Auge einzeln. Er fragt, wobei die Brille helfen soll. Liest du viel Papier, sitzt du lange am Bildschirm, fährst du abends Auto? Daraus ergibt sich, ob eine reine Lesebrille reicht oder ob eine Arbeitsplatzbrille oder Gleitsichtbrille sinnvoller ist. Bei meinem Freund geht es um Handy, Speisekarte und Laptop. Das sind schon drei verschiedene Abstände.
Viele Optiker bieten den Sehtest kostenlos an. Fragt vorher, ob ihr dafür einen Termin braucht. Ein Sehtest beim Optiker ersetzt aber keine Kontrolle beim Augenarzt. Ab 40 sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll. Wie oft, klärt ihr am besten direkt mit dem Arzt. Wer plötzlich schlechter sieht, sollte das ohnehin ärztlich abklären lassen.
2. Beratung und Anpassung entscheiden über den Alltag
Platz zwei geht an die Anpassung. Das klingt unspektakulär, ist aber der Grund, warum eine Brille entweder vergessen wird oder nervt. Rutscht sie, drückt sie hinter den Ohren, sitzt das Glas nicht mittig vor dem Auge? Dann bekommt man Kopfschmerzen, und die Brille landet in der Schublade.
Auch hier ist der Test der Stiftung Warentest aufschlussreich. Jede zweite Fertigbrille saß schlecht auf der Nase. Die Testpersonen haben es nicht mal bemerkt. Ehrlich gesagt hätte ich es früher auch nicht gemerkt.
Ein guter Optiker nimmt sich Zeit. Er schaut, welche Form zum Gesicht passt, und richtet Bügel und Nasenpads beim Abholen aus. Er misst den Abstand der Pupillen und die Position der Augen im Glas. Und er sagt dir ehrlich, wenn dir ein Modell nicht steht. Ich bin bei der Auswahl dabei, das ist klar. Als Fotografin habe ich da einen strengen Blick. Bei der Fassung gehe ich übrigens ähnlich vor wie bei der richtigen Tasche für den Alltag. Sie muss zum Leben passen, nicht nur ins Schaufenster.
Wo bekommt man das am ehesten? Beim kleinen Optiker um die Ecke ist die Chance groß, dass jemand viel Zeit hat und einen beim zweiten Besuch schon kennt. Bei den Ketten hängt es stark von der Filiale und der Person ab. Die Stiftung Warentest hat 2023 die sechs größten Optikerketten unter die Lupe genommen. Schwächen gab es vor allem bei der Anpassung der Fassungen. Kleine Optiker sind deshalb aber nicht automatisch besser. Am Ende zählt, wie sorgfältig die Person vor dir arbeitet.
Mein Tipp: Setzt die Brille beim Abholen in Ruhe auf, bewegt den Kopf und lest etwas. Wenn etwas drückt oder rutscht, sofort sagen.
3. Bei den Gläsern lohnt sich Qualität
Die Fassung sieht man, die Gläser merkt man. Darum kommen sie bei mir vor dem Preis. Ein gutes Glas ist entspiegelt, damit abends keine Lampe reflektiert. Es ist gehärtet, damit es nicht nach drei Monaten verkratzt ist. Bei stärkeren Werten sind dünnere Gläser sinnvoll, sonst wird die Brille schwer und sieht klobig aus.
Braucht man jedes Extra? Nein. Blaulichtfilter, selbsttönende Gläser oder Spezialbeschichtungen klingen gut, sind aber nicht für jeden nötig. Dass Blaulichtfilter müde Augen am Bildschirm verhindern, ist zum Beispiel wissenschaftlich nicht belegt. Ein guter Optiker erklärt, was du wirklich brauchst, und redet dir nichts auf. Wenn jemand bei einer einfachen Lesebrille gleich drei Zusatzpakete verkaufen will, wäre ich skeptisch.
Wichtig ist vor allem eine Frage, die man immer stellen sollte: Was ist im Preis enthalten? Manche Optiker werben mit günstigen Fassungen, und die Gläser kommen extra dazu. Am Ende zahlt man das Doppelte. Bei anderen sind Entspiegelung und Härtung schon drin. Vergleicht deshalb immer den Preis der fertigen Brille, nicht nur den der Fassung.
4. Preis oder Qualität? Fair und durchschaubar schlägt billig
Jetzt zur großen Frage: Was ist wichtiger, Preis oder Qualität? Meine ehrliche Antwort: Qualität bei Messung, Anpassung und Gläsern. Aber Qualität muss nicht teuer sein. Eine gute Brille ist kein Luxus, den man sich nur alle zehn Jahre gönnt. Sie ist ein Werkzeug, das man jeden Tag benutzt.
Was mir bei der Recherche am meisten geholfen hat, sind Festpreise. Da weiß man vorher, was am Ende auf der Rechnung steht. Optiker wie eyes + more arbeiten genau so. Laut Website kostet dort eine Einstärkenbrille 150 Euro und eine Gleitsichtbrille 330 Euro, jeweils mit Gläsern. Der Sehtest ist kostenlos und es gibt eine Zufriedenheitsgarantie von 90 Tagen. Die genauen Bedingungen würde ich mir vorher durchlesen. Und auch beim Festpreis würde ich immer nach dem Endbetrag fragen. Für meinen Freund ist das ein guter Rahmen. Er weiß vorher, womit er rechnen muss, und kann sich in Ruhe auf die Fassung konzentrieren.
Beim kleinen Optiker sieht es anders aus. Dort wird meist frei kalkuliert, Fassung und Gläser einzeln. Das muss nicht automatisch teurer sein. Gerade bei einfachen Brillen gibt es auch dort günstige Angebote. Dafür bekommt man oft mehr persönliche Betreuung.

5. Der Service nach dem Kauf
Der fünfte Punkt wird oft vergessen. Eine Brille ist nach dem Kauf nicht fertig. Mal lockert sich eine Schraube, mal verbiegt sich ein Bügel, weil man aus Versehen draufgesessen hat. Manchmal ändert sich auch die Sehstärke. Bei uns mit Kleinkind und Tieren im Haushalt ist das eher eine Frage von wann als von ob.
Dann zählt, wie schnell man Hilfe bekommt. Der kleine Optiker in Adlershof ist zu Fuß erreichbar, das ist ein echtes Plus. Ketten haben dafür viele Filialen, auch über ganz Berlin verteilt. Kommt man gerade aus der Stadt oder ist unterwegs, hilft das sehr. Online heißt: einpacken, verschicken, warten.
Fragt vor dem Kauf ruhig nach diesen Dingen:
- Kann die Brille kostenlos nachjustiert werden?
- Was passiert, wenn ich mit den neuen Gläsern nicht zurechtkomme?
- Gibt es eine Garantie oder ein Umtauschrecht?
- Welche Reparaturen sind kostenlos, und wann kostet es extra?
Wer darauf klare Antworten bekommt, ist schon an der richtigen Adresse.
Fazit: So finden wir den richtigen Optiker
Einen guten Optiker erkennt man nicht am Schaufenster und auch nicht am Preisschild allein. Erst kommt ein gründlicher Sehtest, dann eine Anpassung, die sitzt. Danach gute Gläser, ein fairer und durchschaubarer Preis und ein Service, der auch nach dem Kauf noch da ist.
Zwischen dem kleinen Optiker bei uns in Adlershof und einer Kette mit Festpreisen ist die Entscheidung offener, als ich zunächst dachte. Der kleine Laden punktet mit Nähe und persönlicher Beratung. Die Kette punktet mit klaren Preisen und vielen Filialen.
Mein Plan für uns: Wir lassen den Sehtest machen, holen uns bei beiden ein Angebot und vergleichen. Was ist drin, was kostet es, wie fühlt sich die Beratung an? Und dann darf er sich endlich eine Brille aussuchen, die genau zu ihm passt. Ich halte euch auf dem Laufenden, wofür wir uns entschieden haben.
Und ihr? Geht ihr lieber zum kleinen Optiker um die Ecke oder zur Kette? Schreibt es mir gern in die Kommentare.





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