Dieses Jahr war ich schon zweimal mit Benzina am Meer. Und beide Male ganz ohne Flugzeug. Im Februar war ich mit unserer Hündin allein auf Juist. Jetzt im Oktober ging es zum ersten Mal mit der ganzen Familie los: mein Freund, unsere Tochter, Benzina und ich. Unser Ziel war Binz an der Ostsee.
Wie es auf der Nordseeinsel war, habe ich euch ausführlich in meinem Artikel über den Urlaub auf Juist mit Hund erzählt. Diesmal waren wir zu viert unterwegs. Das ist eine ganz andere Nummer. Mehr Gepäck, mehr Planung, mehr Pausen. Aber auch mehr Spaß!
Unser größtes Problem bei Reisen mit Hund ist immer dasselbe: Benzina ist zu groß fürs Flugzeug. In die Kabine darf sie nicht. Sie müsste in den Frachtraum. Das kommt für mich nicht infrage, schon gar nicht bei einer Hundeseniorin. Deshalb ist für uns der Zug die beste Lösung. In diesem Artikel teile ich meine Tipps für euren Kurzurlaub mit Hund. Es geht um die Anreise, die richtige Unterkunft und schöne Ziele. Und weil nicht jeder so reist wie wir, schauen wir uns auch Auto und Wohnmobil an.

Warum der Zug für unseren Kurzurlaub mit Hund die beste Wahl ist
Beim Fliegen gilt bei vielen Airlines eine klare Grenze. Bei Lufthansa darf ein Hund nur in die Kabine, wenn er samt Transportbox höchstens acht Kilo wiegt. Die Box darf dabei nicht größer als 55 x 40 x 23 Zentimeter sein. Alles darüber reist im Frachtraum. Für einen mittelgroßen oder großen Hund ist die Sache damit erledigt.
Es tut sich allerdings etwas. Die Lufthansa-Tochter ITA Airways testet seit Sommer 2026 ein Angebot für größere Hunde. Pro Flug dürfen in der ersten Phase zwei Hunde ohne Box in die Kabine: einer bis 30 Kilo in der Business Class, einer bis 15 Kilo in der Economy. Mehr dazu lest ihr in diesem Bericht von t-online. Für einen spontanen Kurzurlaub ist das aber noch keine echte Option.
Im Zug ist es dagegen ziemlich unkompliziert. Hunde dürfen grundsätzlich in allen Zügen der Deutschen Bahn mitfahren. Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze reisen kostenlos in einer Transportbox. Größere Hunde brauchen eine eigene Fahrkarte. Außerdem müssen sie angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Alle Details findet ihr direkt bei der Deutschen Bahn auf der Seite zur Mitnahme von Hunden.
Mein Tipp: Übt das Tragen des Maulkorbs schon ein paar Wochen vorher. Erst kurz zu Hause, dann beim Spaziergang. So ist der Maulkorb im Zug kein Stressfaktor mehr.
Unsere Bahnfahrt nach Binz
Für Binz haben wir bei der Buchung auf zwei Dinge geachtet: eine möglichst leere Verbindung und reservierte Plätze im ICE. Auf der Hinfahrt saßen wir im Familienabteil, auf der Rückfahrt im Kleinkindabteil. Mit Kleinkind und Hund macht das einen riesigen Unterschied. Ein voller Zug am Freitagnachmittag ist für alle anstrengend, für Hunde besonders. Wer flexibel ist, fährt unter der Woche oder zu ruhigeren Uhrzeiten.
Entspannt war die Fahrt trotzdem nicht, das gebe ich ehrlich zu. Unsere Tochter ist 19 Monate alt. Sie will nicht stundenlang still sitzen, sondern alles erkunden. Benzina braucht dagegen Ruhe und ihren festen Platz. Dazu kommt das ganze Gepäck. Mit Kind braucht man sowieso schon viel, und für den Hund kommen Leine, Maulkorb und Futter noch dazu. Umso wichtiger ist es, den Rest der Anreise so einfach wie möglich zu halten.
Benzina liegt im Zug am liebsten auf ihrer eigenen Decke. Die nehme ich immer mit. Sie riecht nach zu Hause und gibt ihr Sicherheit. Dazu kommen ein Faltnapf, eine Wasserflasche und ein paar Leckerlis für zwischendurch.
Nicht zu lange Zugfahrten: Plant lieber kurze Strecken
Für einen Kurzurlaub mit Hund würde ich immer Ziele wählen, die in wenigen Stunden erreichbar sind. Ein Hund kann im Zug nicht einfach mal kurz raus. Er muss lange still liegen, und Gassigehen ist erst beim Umsteigen möglich.
Deshalb meine wichtigsten Regeln für die Bahnfahrt:
- Direktverbindungen bevorzugen oder möglichst wenige Umstiege einplanen
- Längere Umstiegszeiten wählen, damit Zeit für eine kurze Gassirunde bleibt
- Vor der Abfahrt noch einmal ausgiebig spazieren gehen
- Nicht direkt vor der Fahrt füttern, lieber ein paar Stunden vorher
- Wasser immer griffbereit haben
Gerade ältere Hunde wie Benzina profitieren von kurzen Strecken. Ein Wochenende verliert seinen Sinn, wenn schon die Anreise einen ganzen Tag dauert.
Ferienwohnung oder Hotel? So findet ihr die richtige Unterkunft
Ob Apartment oder Hotel, hängt stark davon ab, wer mitreist. Auf Juist war ich allein mit Benzina in einem hundefreundlichen Hotel. Das war perfekt. Näpfe und eine Decke lagen schon bereit, und ich musste mich um nichts kümmern. Mit Kleinkind sieht das schon anders aus.
In Binz haben wir deshalb im Hapimag Resort gewohnt. Das ist eine Mischung aus Ferienwohnung und Hotel. Wir hatten eine eigene Küche und viel mehr Platz als in einem normalen Hotelzimmer. Unsere Tochter konnte spielen, und Benzina hatte trotzdem ihre ruhige Ecke. Zu viert passt so ein Mittelweg richtig gut.

Warum ein Apartment mit Kleinkind und Hund oft besser passt
In einer Ferienwohnung habt ihr mehr Platz. Der Hund hat seine Ecke, das Kind kann spielen, und ihr habt eine eigene Küche. Gerade mit Kleinkind ist das Gold wert. Ihr seid nicht an Essenszeiten im Restaurant gebunden und könnt spontan reagieren. Mehr Gedanken zum Unterwegssein mit Kind findet ihr in meinem Artikel übers Reisen mit Baby.
Darauf solltet ihr bei der Buchung achten
Viele Portale haben einen Filter für Haustiere. Verlasst euch aber nicht nur darauf. Ich schreibe Vermieter oder Hotels vorher immer kurz an und kläre ein paar Fragen:
- Gibt es eine Größen- oder Gewichtsgrenze für Hunde?
- Wie hoch ist die Gebühr pro Nacht oder pro Aufenthalt?
- Darf der Hund kurz allein in der Unterkunft bleiben?
- Gibt es Näpfe, Decken oder einen eingezäunten Garten?
Eine Wohnung im Erdgeschoss oder mit Aufzug erleichtert vieles. Das merkt man spätestens, wenn man mit Kinderwagen, Koffer und Hund vor drei Stockwerken steht.
Wichtig: Fragt auch nach der Kurtaxe. In manchen Badeorten zahlt ihr nicht nur für euch, sondern auch für den Hund.
Kurzurlaub mit Hund mit dem eigenen Auto
Wir haben selbst kein Auto, aber für viele ist es die bequemste Variante. Ihr seid flexibel, könnt Pausen machen, wann ihr wollt, und habt Platz für Hundebett, Futter und Spielzeug.
Ein paar Dinge solltet ihr trotzdem beachten:
- Den Hund richtig sichern: mit einer stabilen Transportbox, einem Sicherheitsgeschirr mit Gurt oder einem Trenngitter im Kofferraum
- Regelmäßig Pausen machen: etwa alle zwei bis drei Stunden zum Trinken und Laufen
- Den Hund nie im warmen Auto lassen: Auch im Frühling und Herbst kann es im Wagen schnell heiß werden
- Reisekrankheit testen: Manche Hunde vertragen lange Autofahrten schlecht, eine kurze Probefahrt vorher schafft Klarheit
Mit dem Auto liegen auch Ziele außerhalb Deutschlands näher. Dänemark ist zum Beispiel ein beliebtes Ziel für Urlaub mit Hund. Inspiration dazu findet ihr in meinem Beitrag über den hyggeligen Urlaub in Dänemark.
Mit dem Wohnmobil: Die flexibelste Art zu reisen
Ein Wohnmobil ist für Hundebesitzer fast ideal. Der Hund hat sein eigenes Zuhause immer dabei. Ihr müsst keine hundefreundliche Unterkunft suchen und könnt dort bleiben, wo es euch gefällt. Viele Stellplätze und Campingplätze haben eigene Hundewiesen oder sogar Hundeduschen. Schaut aber vorher in die Platzordnung. Oft gilt auf dem ganzen Gelände Leinenpflicht. Ein paar allgemeine Tipps zum Campen habe ich euch in meinem Artikel zum Camping in der Normandie zusammengestellt.
Wichtig für Reisen ins Ausland
Sobald ihr über die Grenze fahrt, braucht euer Hund Papiere. Der blaue EU-Heimtierausweis ist dabei Pflicht. Euer Hund muss außerdem einen Mikrochip haben und gegen Tollwut geimpft sein. Achtet auf die Reihenfolge: Der Chip muss vor der Impfung gesetzt werden. Bei der ersten Tollwutimpfung gilt der Schutz für Reisen erst nach 21 Tagen. Plant also rechtzeitig einen Termin beim Tierarzt ein.
Mit dem Wohnmobil in die Schweiz
Wer mit Hund in die Berge will, landet schnell in der Schweiz. Für die Autobahnen dort braucht ihr eine Vignette. Sie gilt für Autos, Motorräder und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen und kostet 2026 40 Franken. Tages- oder Wochenvignetten gibt es nicht, nur die Jahresvignette. Für schwerere Wohnmobile gilt stattdessen eine eigene Schwerverkehrsabgabe. Am entspanntesten ist es, wenn ihr euch die Vignette für die Schweiz vorab online besorgt. So steht ihr nicht an der Grenze an und könnt direkt losfahren.
Schöne Ziele für einen Kurzurlaub mit Hund
Ihr sucht noch Inspiration? Diese Orte eignen sich besonders gut für ein paar Tage mit Hund. Die meisten sind von Berlin aus gut mit dem Zug erreichbar.
Juist
Für mich nach wie vor ein Traumziel. Die Insel ist autofrei und herrlich ruhig. Es gibt zwei Hundestrände und einen Hundeauslaufplatz mit Blick aufs Meer. Wegen des Naturschutzgebiets gilt sonst fast überall Leinenpflicht. Einziger Haken für uns: Benzina hatte etwas Angst vor den Pferdekutschen.
Binz auf Rügen
Binz ist das größte Seebad auf Rügen und mit dem Zug gut erreichbar. Es gibt mehrere ausgewiesene Hundestrände, an einigen dürfen Hunde sogar ohne Leine laufen. Schön sind auch Spaziergänge durch den Buchenwald der Granitz, dort aber mit Leine. Und wer mag, fährt mit der Schmalspurbahn Rasender Roland weiter über die Insel.
Usedom
Auf Usedom liegt zum Beispiel das Ostseebad Trassenheide zwischen Zinnowitz und Karlshagen. Der Hundestrand dort hat feinen Sand und läuft flach ins Meer. Im Ort selbst gilt allerdings Leinenpflicht.
Fehmarn und Grömitz
Fehmarn hat gleich mehrere Hundestrände, alle mit feinem Sand. Grömitz in der Lübecker Bucht bietet einen besonders langen Hundestrand von fast zwei Kilometern. Beide Ziele lohnen sich vor allem, wenn ihr mit dem Auto anreist.
Mein Tipp: Reist in der Nebensaison. Die Strände sind leerer, die Unterkünfte günstiger, und an vielen Orten dürfen Hunde außerhalb der Badesaison auch an die normalen Strandabschnitte. Weitere Ideen, wie ihr beim Reisen Geld spart, findet ihr in meinen Tipps zum günstig reisen 2026.

Meine kurze Packliste für den Kurzurlaub mit Hund
- Leine, Geschirr und Maulkorb
- EU-Heimtierausweis oder Impfpass
- Eigene Decke oder Hundebett
- Faltnapf und Wasserflasche
- Futter für alle Tage plus eine Reserve
- Kotbeutel, viele Kotbeutel
- Altes Handtuch für nasse Pfoten nach dem Strand
- Kleine Reiseapotheke mit Zeckenzange und Mittel gegen Durchfall
- Lieblingsspielzeug
Mein Tipp für die Zugfahrt: Packt die wichtigsten Sachen in einen kleinen Rucksack. Wasser, Napf, Leckerlis, Kotbeutel und Maulkorb habt ihr dann sofort griffbereit und müsst im Abteil nicht den Koffer durchwühlen.
Häufige Fragen zum Kurzurlaub mit Hund
Was kostet ein Hund im ICE?
Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze fahren in einer Transportbox kostenlos mit. Größere Hunde brauchen eine eigene Fahrkarte. Sie kostet in der Regel die Hälfte des Fahrpreises für Erwachsene.
Muss mein Hund im Zug einen Maulkorb tragen?
Ja, wenn er nicht in einer Transportbox reist. Dann gelten bei der Deutschen Bahn Leine und Maulkorb. Ausnahmen gibt es für Assistenzhunde.
Darf ein großer Hund mit in die Flugzeugkabine?
Meist nicht. Bei vielen Airlines liegt die Grenze bei acht Kilo inklusive Box. Größere Hunde müssen in den Frachtraum.
Wohin kann ich ohne Auto mit Hund verreisen?
Von Berlin aus sind Binz und viele andere Orte an der Ostsee gut mit dem Zug erreichbar. Juist geht auch, durch Zug und Fähre dauert die Anreise aber länger. Für ein paar Tage würde ich immer ein Ziel wählen, bei dem die Anreise nicht den halben Urlaub frisst.
Mein Fazit: Ein Kurzurlaub mit Hund lohnt sich immer
Zweimal Meer in einem Jahr, und beide Male war Benzina dabei. Das war einfach schön! Ohne Flughafenstress und ohne schlechtes Gewissen, den Hund irgendwo abzugeben. Ein Kurzurlaub mit Hund braucht etwas mehr Planung. Aber wenn die Anreise kurz ist und die Unterkunft passt, ist er genauso erholsam wie jeder andere Urlaub. Mit Kleinkind ist es anstrengender, das gebe ich zu. Trotzdem bin ich froh, dass Benzina bei unseren Familienreisen dabei sein kann.
Wer kein Auto hat, ist mit dem Zug gut beraten. Wer eins hat oder mit dem Wohnmobil unterwegs ist, hat noch mehr Freiheit bei der Wahl des Ziels. Hauptsache, der Hund ist entspannt. Dann seid ihr es auch.
Und jetzt bin ich neugierig: Seid ihr schon mal mit Hund oder einem anderen Haustier verreist? Wenn ja, wohin ging es, und wie seid ihr angereist? Schreibt es mir gern in die Kommentare!





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