Freitagspost

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich?

1. Februar 2019
Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

Mein Leben besteht zu einem ganz großen Teil aus sozialen Netzwerken wie Instagram. Warum? Weil ich damit sowohl beruflich arbeite im Marketing, als auch „privat“ mit meinem Blog und Instagram. Ständig Fotos von mir erstellen, Reichweiten vergleichen, Zahlen von Likes und Followern vergleichen. Das ist für mich alltäglich. Ich könnte auch nicht plötzlich darauf verzichten, denn dann wäre ich arbeitslos. Die sozialen Netzwerke bestimmen also irgendwo mein Leben. Dennoch kann ich mich kritisch hinterfragen. Das ist mir letzte Woche gleich mehrfach sehr bewusst geworden. Einmal, als ich mich in meinem eigenen Verhalten ertappte, und einmal auch durch ein Video auf YouTube. Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich? Darüber denke ich heute im Freitagspost mit euch nach!

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

 

Wobei ich mich ertappt habe…

Vor ein paar Tagen habe ich Fotos von mir mit einer Beautybox für Instagram gemacht. Ich rückte an Lichtern und Stativ, zupfte an Haaren und Make-Up. Schob Kissen zurecht, rückte die Kiste von einem Ecken zum anderen. Spontan schnell ein Bild gemacht, doch eigentlich hat es ungefähr eine gute Stunde gedauert. Bin ich zufrieden? Nein. Ich war unzufrieden mit meinem Aussehen, dem Bildschnitt. Ich ärgerte mich, weil ich nicht noch mehr Zeit investiert hatte und meine Haare in glänzende Locken verwandelt habe, ein noch aufregenderes Make-Up aufgetragen habe, nicht noch mehr in die Richtung eines „perfekten Ideals“ gehe. Bei jedem Schuss ärgerte ich mich über meine eigene „Unperfektheit“, anstatt einfach nur Spaß beim Fotografieren zu haben.

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

 

Instagram Perfektsein ist nicht gleich Glück

Warum ist es mir so wichtig, möglichst perfekt auf meinen Fotos in Social Media auszusehen? Wäre mein Leben perfekt, wenn meine Haare immer in glänzenden Locken fallen, ich nur noch Designerkleidung trage und meine Zähne komplett gerade wären? Wäre ich wirklich glücklich? Beim Durchscrollen des Feeds in sozialen Netzwerken werden bei uns ständig Bedürfnisse geweckt. Darauf zielt die Werbung ab. Das Bedürfnis, schöner zu sein. Schlanker. Besser gekleidet. Denn nur dann sind wir wirklich happy, oder nicht?

Wie ein YouTube Video mich zum Nachdenken gebracht hat

Wir verbringen so viele Stunden damit uns zu schminken, zu shoppen, hübscher zu sein, besser zu sein, damit wir endlich glücklich werden. Wir wollen aussehen wie Celebrities, obwohl wir eigentlich wissen, dass eine Selena Gomez auch nicht glücklicher ist als der grummelige Nachbar von nebenan.

Die Leere in uns – können wir sie mit Nagellack und Haarspray füllen?

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Beautyprodukte. Ich liebe Make-Up, Nagellack und trendige Klamotten. Doch ich will mich nicht mehr dahinter verstecken, sondern glücklich sein mit mir selbst und mich selbst noch mehr akzeptieren. Nicht so fokussiert sein auf meinem Aussehen oder den Likes auf meinem neuesten Bild. Meinen Konsum vielleicht sogar einschränken. In den letzten Wochen habe ich viel weniger eingekauft, dafür mehr verkauft oder verschenkt. Ich werde sicher kein nachhaltiger Minimalismus Blogger werden in der nächsten Zeit.

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

 

Wie wir die sozialen Netzwerke beeinflussen können

Natürlich könnt ihr selbst bestimmen, wie viel Zeit ihr auf Instagram & Co. verbringt. Welchen Influencern ihr dort folgt und welche YouTube Videos ihr euch anschaut. Soziale Netzwerke sind nicht schlecht. Es gibt so viele lehrreiche Videos und tolle Instagram Influencer mit packenden Inhalten und spannenden Stories. Es ist ein großes Privileg, über kostenlosen Zugang zu so viel Wissen und Unterhaltung zu haben. Genauso schwierig ist es auch, zu differenzieren. Uns nicht ständig zu vergleichen. Nicht ständig zu denken, dass wir nicht „genug“ sind. Nicht schön genug, nicht perfekt genug, nicht reich genug. 

Habt ihr selbst schon mal bewusst über euren Konsum in den sozialen Netzwerken nachgedacht? Habt ihr danach etwas verändert, euch Gedanken darüber gemacht?

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

 

Wie schädlich beeinflussen uns die sozialen Netzwerke wirklich

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9 Kommentare

  • Antworten Berna 1. Februar 2019 um 22:17

    Darüber denke ich auch sehr viel nach, sobald ich wieder aktiv auf Instagram bin, habe ich wieder den Drang einkaufen zu gehen.

  • Antworten Saskia 2. Februar 2019 um 08:42

    Bei mir tut die Schwangerschaft wohl gerade ihr übriges. Klamotten kaufen lohnt sich gerade nicht, schön fühlt sich anders an (ich will jetzt nicht sagen, dass ich schwanger häßlich bin – aber der Körper fühlt sich einfach komplett anders und schwer an), Geld geht für das Baby drauf und ich liebe es gerade auszumisten 🙂 Und wäre es nicht Instagram, dann würde uns was anderes „beeinflussen“…

  • Antworten diet 2. Februar 2019 um 15:19

    Durch die Medien geht gerade eine Studie von der Stiftung malisa. Maria Furtwängler, eine ganz tolle deutsche Schauspielerin, ist die Initiatorin. Die Studie beschäftigt sich mit der Inszenierung von Frauen in den sozialen Medien und beschäftigt sich unter anderem mit deren Selbstzweifeln. Die Stiftung setzt sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein und kämpft gegen eingeschränkte Rollenbilder und gesellschaftliche Vielfalt.

    Hier der Link zu dder Studie und Stiftung:

    https://malisastiftung.org/geschlechterdarstellung-neue-medien/

  • Antworten Tamara 3. Februar 2019 um 13:45

    Ein spannendes Thema!
    Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich Stunden für ein Foto investiere mit dem ich am Ende doch wieder nicht zufrieden bin…
    dein Artikel hat mich zum Nachdenken angeregt und das Video werde ich mir sofort ansehen.

    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com

  • Antworten Ricarda 4. Februar 2019 um 08:35

    Guter Post!

    Tatsächlich versuche ich auf unserem Instagram mit dem „Mantra Monda“ genau diese Themen anzusprechen und auch in meinem betrogen Posting ging es darum, wie schlecht ich mich früher wegen meiner falschen Aussenwahrnehmung gefühlt habe…
    mittlerweile folge ich auf Insta fast nur noch Yoga-Accounts und Bloggerinnen, die ich persönlich kenne. Und das tut mega gut!

    Liebst,
    Ricarda

    https://wie-hund-und-katze.com/de/mantra-monday-what-is-meant-to-be/

  • Antworten Milli 4. Februar 2019 um 11:49

    Ich glaube die viele Zeit für ein Foto kennen wir, die viel mit Instagram zutun haben, alle. Aber ich denke, dass man sich immer bewusst machen muss, dass Instagram nicht alles im Leben ist. Zumindest dann nicht, wenn man es nur rein privat nutzt.

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

  • Antworten Michelle Hoffmann 7. Februar 2019 um 10:01

    Ich habe mich in den letzten Monaten von allem zurück gezogen. Mir wurde es einfach zu viel. Jetzt sitze ich schon wieder jeden Tag am Blog und/oder Instagram. Es geht so viel Zeit verloren und teilweise ist man dann einfach frustriert. Ich versuche das ganze aber wieder lockerer zu sehen. Zum Glück ist es für mich immer noch ein Nebenjob.
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

  • Antworten Steffi Mißner 11. Februar 2019 um 08:58

    Es ist auf jeden Fall gut, immer mal wieder darüber nachzudenken und sich vielleicht auch mal eine Pause zu verordnen, damit es Spaß bleibt und nicht zum Druck wird!

  • Antworten Jana 20. Februar 2019 um 10:56

    Dieses Thema beschäftigt mich auch seit längerem. Das gute an den Sozialen Medien, wie du auch schreibst, ist das man ja auch die Wahl hat, was man konsumieren möchte. Das fordert aber auch Selbstreflexion: Was möchte ich? Was sind meine Bedürfnisse? Ich glaube, dass zur Zeit teilweise eine Veränderung stattfindet und sich mehr Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen. Die Sozialen Medien bietet großes Potenzial zur Wissensgenerierung und zum Meinungsaustausch.

    Liebe Grüße
    Jana

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