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Was steckt hinter Woke-Washing?

27. Mai 2022
Was steckt hinter Woke-Washing

Spätestens seit Fynn Kliemann dürfte nun jedem klar geworden sein: Es ist nicht alles grün, was glänzt. Ehrlich gesagt kannte ich ihn davor nur von der Hausboot Serie mit Olli Schulz und ich bin ohnehin immer sehr skeptisch, wenn sie Menschen selbst als Weltverbesserer vermarkten. Es ist nicht einfach, in unserer heutigen Welt immer alles richtig zu machen und wer von sich selber behauptet, er hat genau das geschafft, nun ja, das macht schon misstrauisch. In diesem Zusammenhang habe ich auch zum ersten Mal den Begriff “Woke-Washing” gehört und ich dachte mir, da schauen wir mal genauer hin! Denn Greenwashing ist uns allen schon ein Begriff, doch was steckt hinter dieser Phrase?

Was steckt hinter Woke-Washing

30something Kolumne auf andysparkles

Der Unterschied: Greenwashing vs. Woke Washing

Wenn ein Unternehmen aktiv Stellung zu einem politischen, gesellschaftlichen oder ökologischen Gegenstand bezieht, bezeichnet man das als Markenaktivismus. In vielen Fällen missbrauchen Unternehmen den Markenaktivismus jedoch nur, um ihr Image aufzubessern oder Aufmerksamkeit zu generieren. Utopia

Greenwashing kennen wir, das ist nämlich, wenn Unternehmen behaupten, besonders nachhaltig zu agieren. Doch das entspricht kaum oder gar nicht der Realität. Seitdem es nämlich angesagt ist, öko zu sein, ist der Industrie auch klar geworden, wie viel Geld sich damit machen lässt.

In dem Begriff Woke Washing geht es um eine ähnliche Thematik: Unternehmen nutzen soziale Probleme und Missstände, um dadurch Profit zu generieren. Wir haben das alle schon sehr stark bei der Black Lives Matter Bewegung sehen können. Damals wollte wirklich jedes Unternehmen auf die Bewegung aufspringen, obwohl viele davon eher zum Problem selbst dazu tragen. Dazu habe ich gerade keinen Beleg zur Hand, doch ihr könnt euch sicherlich selbst daran erinnern. Mehr dazu könnt ihr auch bei Teen Vogue lesen.

Was steckt hinter Woke-Washing

Diversity Washing bei Germany’s Next Topmodel

Rezo hat ganz gut zusammengefasst, was wir alle schon seit Jahren wissen und keiner tut etwas dagegen. GNTM trägt nachweislich bei jungen Frauen seit Jahren zur Magersucht bei, betreibt Bodyshaming und treibt junge Frauen dazu, sich ungewollt zu sexualisieren. In 2022 ist so etwas dann doch irgendwie weniger angesagt, also wird jetzt auch eine Form von Woke Washing angewandt. Man könnte es “Diversity Washing” nennen. Eine Show, die seit über 10 Jahren unrealistische Schönheitsideale verbreitet, ist jetzt auf einmal divers. Natürlich kauft das niemand Heidi ab. Sicherlich auch sie selbst nicht. Doch who cares, denn so lange die Kohle stimmt und die Show nicht abgesetzt wird?

Mein Fazit zu Woke Washing

Nicht jede Firma, die sich für Menschenrechte oder ähnliches einsetzen möchte, sollte gleich des Woke Washings beschuldigt werden. Es ist gut und wichtig, sich dafür einzusetzen und wir alle machen auch mal Fehler. Dennoch sollten wir alle mit einem gesunden Menschenverständnis und auch mit einer Portion Skepsis an die Dinge herangehen. Bei einem Fynn Kliemann konnte man sich schon denken, dass es eher eine Farce ist, wie er den ungeschickten Jüngling darstellt, obwohl dahinter ein gut verdienender Geschäftsmann steht. Die Unterschiede zwischen ehrlichem Aktivismus und reinem Marketing zu erkennen, ist allerdings nicht immer so einfach. Wie denkst du über dieses Thema?

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