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Meine erste Schwangerschaft und was ich jetzt anders machen würde

15. Juni 2026
Meine erste Schwangerschaft und Alltag mit Kind bei Abendlicht in Berlin, Andrea von andysparkles

Denken wir über ein zweites Kind nach? Ja. Immer mal wieder. An machen Tagen kann ich es mir richtig gut vorstellen, an anderen überhaupt nicht, aber der Gedanke ist da. Mal ganz leise im Hintergrund, mal ziemlich präsent. Gleichzeitig merke ich aber auch, wie viel meine erste Schwangerschaft in mir ausgelöst hat. Nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch viele Gedanken daran, was damals alles anders lief, als ich es heute gerne gehabt hätte.

Meine erste Schwangerschaft war nicht einfach nur diese magische Zeit mit der Suche nach dem Babynamen, süßen Baby-Outfits und gemütlichem Nestbau. Natürlich gab es solche Momente auch. Aber es gab eben auch sehr viel Stress, Unsicherheit, Druck und dieses Gefühl, dass ich bis zur Geburt noch mein komplettes Leben neu sortieren muss.

Heute, mit etwas Abstand und einem Kind im Alltag, sehe ich vieles klarer. Ich weiß jetzt besser, was wirklich wichtig war und was ich mir selbst viel zu schwer gemacht habe.

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Meine erste Schwangerschaft mit Kind auf einer Treppe in Berlin, Andrea von andysparkles

1. Ich würde Stress viel konsequenter reduzieren

Wenn ich an meine erste Schwangerschaft zurückdenke, denke ich sofort an Umzugskartons und ImmoScout. An Wohnungssuche, Planung, Termine, Entscheidungen und an dieses ständige Gefühl, dass alles fertig sein muss, bevor das Baby kommt.

Wir haben damals aus zwei Wohnungen eine gemeinsame Wohnung gemacht. Klingt erstmal schön, oder? Gemeinsames Zuhause, Platz fürs Baby, neuer Abschnitt. In der Realität war es aber einfach zu viel. Eine neue Wohnung suchen, zwei Haushalte zusammenlegen, Möbel planen, Sachen aussortieren, Verträge klären, Umzug organisieren und dabei schwanger sein. Das war ein kompletter Lebensumbau.

Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich noch nicht bereit bin. Das Kinderzimmer, die Babyecke, die Wickelsachen, die Kliniktasche, die Wohnung, der Alltag. Alles sollte irgendwie stehen. Heute weiß ich: Ein Baby braucht am Anfang gar nicht so viel. Es braucht Nähe, Milch, trockene Windeln, einen sicheren Schlafplatz und Eltern, die nicht schon vor der Geburt komplett durch sind.

Genau da würde ich heute anders handeln. Ich würde nicht mehr versuchen, alles perfekt vorzubereiten. Ich würde mir früher sagen: Es reicht auch, wenn die Hälfte später passiert. Es muss nicht alles vor dem errechneten Termin erledigt sein. Und es ist kein persönliches Versagen, wenn noch ein Karton im Flur steht.

Stress in der Schwangerschaft wird schnell normalisiert. Man funktioniert einfach weiter, weil so viel erledigt werden muss. Aber ich glaube heute, dass ich viel strenger hätte aussortieren müssen. Nicht bei Babykleidung, sondern bei Aufgaben. Was muss wirklich sein? Was kann warten? Was kann jemand anderes übernehmen? Und was mache ich nur, weil ich denke, dass ich es so machen sollte?

Beim nächsten Mal würde ich mich viel früher schützen. Weniger Termine. Weniger innerer Druck. Weniger Ich muss das noch schnell schaffen. Denn ganz ehrlich: Schwanger sein ist schon eine Aufgabe für sich.

Hautpflege in der Schwangerschaft

2. Ich würde die Geburt anders planen

Ein großer Punkt war für mich die Wahl der Geburtsklinik. Ich war damals sehr auf Sicherheit fokussiert. In meinem Kopf war klar: Ich brauche unbedingt eine Klinik mit Perinatalzentrum Level 1. Für den Fall, dass irgendetwas passiert. Für Risikoschwangerschaften. Für maximale medizinische Möglichkeiten. Das klang für mich vernünftig und beruhigend.

Und ja, Sicherheit ist natürlich wichtig. Das würde ich nie kleinreden. Wenn es medizinische Gründe gibt, dann ist so ein Haus absolut sinnvoll. Aber rückblickend habe ich gemerkt, dass ich mich dort nicht wirklich wohlgefühlt habe. Es war groß, unruhig, sehr medizinisch und ich hatte nicht dieses Gefühl von Geborgenheit, das ich mir für eine Geburt eigentlich gewünscht hätte.

Ich glaube, ich habe damals sehr stark aus Angst entschieden. Was, wenn etwas passiert? Was, wenn ich die falsche Entscheidung treffe? Was, wenn ich später bereue, nicht die sicherste Option gewählt zu haben?

Heute würde ich genauer hinschauen. Nicht nur auf die Ausstattung der Klinik, sondern auch auf mein Gefühl vor Ort. Wie sprechen die Menschen mit mir? Fühle ich mich ernst genommen? Wie ist die Atmosphäre? Gibt es genug Ruhe? Wie läuft die Betreuung während der Geburt? Wird auf individuelle Wünsche eingegangen?

Wenn ich keine Risikoschwangerschaft hätte, würde ich vermutlich eher ein kleineres, ruhigeres Haus wählen. Eine Geburt ist nicht planbar. Das weiß ich jetzt sehr genau. Aber man kann den Rahmen beeinflussen. Und genau diesen Rahmen würde ich beim nächsten Mal viel sorgfältiger wählen.

Pancakes in Rosa

3. Ich würde eine Nesting-Party statt einer Babyparty machen

Ich hatte eine richtig schöne Babyshower kurz vor der Geburt, aber wenn ich heute nochmal schwanger wäre, würde ich es anders machen. Ich glaube nämlich, ich hätte damals viel mehr von echter Unterstützung gehabt als von Deko, Spielen und Geschenken.

Deswegen finde ich die Idee einer Nesting-Party inzwischen viel passender. Dabei geht es nicht darum, die werdende Mama mit möglichst vielen Babygeschenken zu überschütten, sondern wirklich praktisch zu helfen. Also zum Beispiel Babykleidung nach Größen sortieren, die Wickelecke vorbereiten, gemeinsam vorkochen, Sachen einräumen oder einfach mit anpacken, wo es gerade brennt.

Gerade in der ersten Schwangerschaft weiß man ja oft gar nicht, was einen erwartet. Man kauft Dinge, weil andere sie empfehlen. Man liest Listen, die sich gegenseitig widersprechen. Man will vorbereitet sein, aber am Ende fühlt man sich eher erschlagen.

Was ich an der Idee besonders mag: Sie nimmt ernst, dass die Zeit vor der Geburt nicht nur niedlich und aufregend ist, sondern auch anstrengend. Hilfe wird nicht als Schwäche gesehen, sondern als etwas Normales. Und genau das finde ich so wichtig.

4. Ich würde besser auf meine Ernährung achten

Das ist ein Punkt, bei dem ich lange gezögert habe, ob ich ihn überhaupt aufschreiben soll. Weil Gewicht in der Schwangerschaft so ein sensibles Thema ist. Und weil ich finde, dass niemand Schwangeren ein schlechtes Gewissen machen sollte. Der Körper leistet in dieser Zeit so viel. Hunger, Übelkeit, Gelüste, Müdigkeit, Wassereinlagerungen, Hormone. Das ist kein normaler Alltag mit ein bisschen Bauch dazu.

Trotzdem gehört es zu meiner Wahrheit: Ich habe in meiner Schwangerschaft sehr viel gegessen. Wirklich viel. Ich hatte ständig Hunger, oft auch auf schnelle, sättigende Sachen, und es fiel mir schwer, konsequent auf gesunde Mahlzeiten zu achten. Am Ende habe ich fast 30 Kilo zugenommen.

Ich sage das nicht, um mich dafür fertigzumachen. Es war so. Aber ich merke rückblickend, dass es mir körperlich nicht gutgetan hat. Ich war schwerer, unbeweglicher und hatte irgendwann das Gefühl, meinen Körper kaum noch wiederzuerkennen. Natürlich gehört Veränderung zur Schwangerschaft dazu. Aber ich glaube, ich hätte mich mit einer anderen Ernährung stabiler und wohler gefühlt. Übrigens ist auch die Ernährung ein wichtiger Faktor für eine gute Hautpflege in der Schwangerschaft! Das ist nicht zu unterschätzen.

Beim nächsten Mal würde ich nicht auf Diät setzen. Auf keinen Fall. Aber ich würde viel früher darauf achten, dass mich meine Mahlzeiten wirklich satt machen und meinem Körper guttun. Mehr Proteine, mehr Gemüse, mehr einfache Gerichte, die nicht kompliziert sind. Gerade wenn man müde ist, braucht man keine perfekten Ernährungspläne, sondern Lösungen, die im Alltag funktionieren.

Sport und Schwangerschaft

5. Ich würde mir bewusst eine echte Auszeit nehmen

Das ist vielleicht der Punkt, der mich heute am meisten berührt. Ich habe bis kurz vor der Geburt gearbeitet. Zwei Tage vorher habe ich noch Videos für Kunden gedreht. Damals kam mir das irgendwie normal vor. Selbstständig sein, Deadlines einhalten, zuverlässig bleiben, nichts absagen, alles schaffen.

Heute denke ich: Andrea, ernsthaft? Ich war hochschwanger. Ich stand vor einer der größten Veränderungen meines Lebens. Und statt mal wirklich runterzufahren, habe ich weiter funktioniert. Ich habe nicht richtig Urlaub genommen, nicht bewusst losgelassen, nicht gesagt: So, jetzt ist Schluss. Jetzt bin ich mal nur schwanger. Jetzt darf mein Körper sich vorbereiten. Jetzt muss ich nicht mehr liefern.

Das hat auch viel mit Selbstständigkeit zu tun. Wenn man selbstständig ist, gibt es selten diesen klaren Schnitt. Niemand sagt automatisch: Ab jetzt bist du raus. Man muss ihn selbst setzen. Und genau das habe ich nicht gut genug gemacht.

Ich glaube, ich hatte Angst, unprofessionell zu wirken. Oder etwas zu verpassen. Oder Kundinnen und Kunden zu enttäuschen. Dabei hätte vermutlich jeder verstanden, wenn ich früher gesagt hätte: Ich bin ab jetzt im Mutterschutz, neue Projekte nehme ich erst später wieder an.

Beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Ich würde mir einen klaren Zeitpunkt setzen, ab dem ich keine Drehs mehr mache, keine neuen Deadlines annehme und nicht noch schnell alles erledige. Ich würde vorbereiten, was wichtig ist, aber nicht bis zum letzten Moment arbeiten.

Schwangerschaft ist keine Krankheit, das stimmt. Aber sie ist auch kein normaler Zustand, in dem man einfach alles genauso weitermachen muss wie vorher. Der Körper arbeitet permanent. Der Kopf auch. Und irgendwann darf man sich selbst ernst nehmen.

Meine erste Schwangerschaft und Familienalltag mit Kind und Hund in Berlin, Andrea von andysparkles

Was ich aus meiner ersten Schwangerschaft gelernt habe

Meine erste Schwangerschaft hat mir gezeigt, wie sehr ich dazu neige, Dinge allein schaffen zu wollen. Ich wollte vorbereitet sein, stark sein, organisiert sein, zuverlässig sein. Und irgendwo dazwischen habe ich oft vergessen, dass ich nicht nur eine Liste abarbeite, sondern gerade ein Kind bekomme.

Ich würde heute vieles weicher machen. Nicht nach außen, sondern mir selbst gegenüber. Weniger Perfektion. Mehr Hilfe. Weniger Angstentscheidungen. Mehr Bauchgefühl. Weniger Durchhalten. Mehr Pausen.

Gleichzeitig weiß ich auch: Man kann eine Schwangerschaft nicht komplett ideal gestalten. Es kommt immer etwas dazwischen. Der Körper macht eigene Sachen. Das Leben läuft weiter. Beziehungen sind nicht plötzlich konfliktfrei, nur weil man schwanger ist. Arbeit erledigt sich nicht von allein. Und manche Dinge erkennt man einfach erst, wenn man mittendrin war.

Deswegen möchte ich meine erste Schwangerschaft auch nicht schlechtreden. Sie hat mich zu meinem Kind geführt. Und trotz allem Stress gab es so viele Momente, in denen ich meinen Bauch angeschaut habe und dachte: Da passiert gerade wirklich etwas Unglaubliches.

Nur würde ich heute mehr darauf achten, dass ich in dieser unglaublichen Zeit nicht komplett untergehe.

Wie war es bei euch? Was würdet ihr nach eurer ersten Schwangerschaft anders machen?

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1 Kommentar

  • Antworten Mesalunita 15. Juni 2026 um 12:26

    Als 1. wollte ich loswerden, dass ich deinen Artikel wirklich mutig und gleichzeitig aufklärend finde. Ich fand damals nach dem 1. Kind, vor allem die Zeit danach, wirklich überwältigend. Plötzlich war man nicht mehr zu zweit, sondern da war jemand der immer um einen war, der nur seien Mama gebraucht hat, der einen vollkommen eingenommen hat. Das war heftig und hatte ich damals total unterschätzt. Ich habe bei meiner 1. Schwangerschaft auch so gut wie bis zum Schluss gearbeitet. Hatte mir nur ein paar Resturlaubstage aufgehoben und dann glaube 1 Woche vor dem Mutterschutz aufgehört zu arbeiten. Am Ende hatte ich gar nicht viel vom Mutterschutz, da meine Maus 2 Wochen eher kommen wollte. Soviel zu: Man kann nicht alles planen und es kommt wie es kommt. Tatsächlich habe ich versucht vieles entspannt anzugehen, aber gerade zum Schluss hin kommen so viele Termine, dass man manchmal gar nicht weiß was man zuerst machen soll. Aber als die Kleine dann da war, ging es erst noch richtig los: Milchpumpe, Wochenbettbinden, Hühnerbrühe … ich habe meine Liebsten erst einmal rennen lassen, weil dann plötzlich so viel auf der Liste stand, wo wir uns nicht darauf vorbereitet hatten.
    Auch ich hatte, bei meiner 2. Schwangerschaft, ständig Hunger. Allerdings hat mir hier mein Frauenarzt Feuer gegeben, dass ich dann nicht so viel essen kann und doch bitte auf mein Gewicht achten soll. Ich habe trotzdem keine Diät gemacht. Ich habe damals Rosinenschnitten gegessen, jedes Mal wenn ein kleiner Hunger kam, ein kleines Stückchen davon. Ich habe mir nicht alles verboten, warum auch? Aber ich habe trotzdem versucht nicht zu übertreiben.
    Ob ich heute irgendwas anders machen würde? Ich denke nicht. Ich würde wieder ins Krankenhaus gehen – genau wie du schon schreibst, aus Angst vor Komplikationen. Es war auch beide Male gar nicht so verkehrt bei mir, anschließend unter medizinischer Beobachtung zu sein. Ich würde wieder versuchen, viel auf meinen Bauch zu hören und mich nicht von anderen und auch nicht von der Werbung leiten lassen. Unterstützung von Freunden und Familie ist mega wichtig. Ich glaube das muss man sowieso immer erstmal lernen anzunehmen. Und wie du schon sagst, dass Kind braucht am Anfang nicht viel – nur seine Mutter und ein paar natürliche Dinge wie Sachen und Windeln. Den Rest erfährt man dann schon noch früh genug.

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