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Zwischen Freiheit und Existenzangst – 1 Jahr in der Selbstständigkeit

19. Februar 2021
Winteroutfit Modeblogger

Genau vor einem Jahr habe ich endgültig meine Lieblingstasse aus dem Office eingepackt, die Kündigung eingereicht und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Klar, auch davor hatte ich jahrelang nur Teilzeit gearbeitet, doch es war dennoch ein sehr großer Schritt für mich. Dann kam Corona. Von den Plänen, remote zu arbeiten und viel unterwegs zu sein, wurde also erstmal nichts. 1 Jahr in der Selbstständigkeit bedeutete für mich nicht wie geplant ständig zu verreisen und neue Eindrücke zu sammeln, sondern ganz viel Zeit in meiner Wohnung zu verbringen und mich mit genau den Dingen auseinander zu setzen, vor denen ich eigentlich so gerne weglaufen wollte.

 

30something Kolumne auf andysparkles

 

 

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Der Schritt in die Selbstständigkeit

 

Selbstständigkeit bedeutet erstmal viel Papierkram. Die Krankenkasse will geregelt werden, ebenso der Steuerkram und war da nicht noch was mit Altersvorsorge? Gut, mit diesen Themen habe ich mich noch gar nicht auseinander gesetzt, weil ich erst abwarten wollte. Jetzt wird es langsam Zeit und es steht auch auf meinem Plan: Altersvorsorge. Der Rest hat sich ganz gut geklärt. Ich bin freiwilliges Mitglied meiner früheren gesetzlichen Krankenversicherung, habe einen Steuerberater und erledige monatlich die vorbereitende Buchhaltung.

 

Das ist wichtig, wenn du dich selbstständig machen möchtest

 

Ich finde, dass Selbstständigkeit wirklich sehr viel mit Planung zu tun hat. Du musst ständig Geldreserven anlegen, weil je nachdem wie hoch oder niedrig deine Einnahmen in einem Jahr sind, musst du entsprechend Steuern oder Krankenversicherung nachzahlen. Bei niedrigeren Einnahmen kannst du natürlich auch etwas zurückbekommen. Doch du musst planen und immer für genügend Polster sorgen, um Gelder für Verdienstausfälle, Steuern und Krankenversicherung übrig zu haben. Das ist ein sehr großer Unterschied zum festen Einkommen! Dein Kontostand darf also niemals bei 0 sein, wie im Angestelltenverhältnis. Sonst kann es schnell ein böses Erwachen geben.

Daher ist es für die Selbstständigkeit extrem wichtig, eine gute Ordnung im Papierkram zu halten, strukturiert zu arbeiten und gut mit Geld umgehen zu können. Meine kaufmännische Ausbildung und die langjährige Erfahrung als Assistentin in verschiedenen Büros waren da auf jeden Fall hilfreich für mich.

 

1 Jahr in der Selbstständigkeit

 

 

Woher weiß ich, ob Selbstständigkeit etwas für mich ist?

 

Liebst du deinen Job? Bist du in der Lage auch mal tagelang am Stück zu arbeiten, auch am Wochenende, kannst du dennoch abschalten und mal für dich Pausen einplanen? Es ist nicht immer einfach, Privatleben und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Meist leidet eins von beidem. Dieses Problem kennen auch Angestellte. Gerade jetzt in der Pandemie fühlen sich wahrscheinlich viele Angestellte auch wie Selbstständige, alleine durch das Home Office. Da verschwimmen so schnell die Grenzen von Arbeit zu Freizeit.

Anfangs war ich mir selbst nicht immer sicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Werde ich da nicht einsam, so viel in der Wohnung am Rechner sitzen? Vermisse ich den Büroalltag?

 

Mein Fazit nach 1  Jahr in der Selbstständigkeit

 

Es war ein Auf und Ab. Nicht nur auf dem Kontostand, auch was die Gefühle angeht. Mal hatte ich starke Existenzängste, dann war ich super motiviert und dachte, nichts kann mich jemals aufhalten. Nachdem ich nun seit einem Jahr ganz gut klarkomme, trotz einiger Ausfälle durch Corona und vieler fehlender Möglichkeiten, fühle ich mich recht sicher in der Selbstständigkeit. Für den Fall der Fälle könnte ich mir dennoch gut vorstellen, auch wieder eine Teilzeitstelle in einem Büro anzunehmen. Ich finde es immer gut, solche Optionen im Hinterkopf zu haben, denn man weiß schließlich nie, wie es im Leben noch kommt.

In den ersten Monaten fühlte ich mich tatsächlich etwas einsam in meinem Home Office. Es musste sich alles bei mir einpendeln und mittlerweile habe ich eine gute Routine gefunden, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalte. „Nach Corona“ wird sich das bestimmt alles ändern. Gerade momentan vermisse ich es auch sehr, mal im Café zu arbeiten.

 

 

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Klar, es kam nicht alles wie geplant. Doch wann läuft schon mal alles nach Plan? Vor allem durch Corona lief mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit völlig anders als erwartet. Ich denke, Selbstständigkeit ist nicht für jeden eine gute Idee. Ein Büroalltag hat durchaus seine Vorteile und ich schließe nicht aus, dahin mal zurückzukehren.

Doch aktuell genieße ich die Freiheit mehr als alles andere.

 

Wie sieht es bei dir aus? Bist du selbstständig oder angestellt, was stellst du dir angenehmer vor? Hast du noch Fragen an mich zur Selbstständigkeit?

 

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4 Kommentare

  • Antworten Marie 19. Februar 2021 um 19:00

    Ich habe für mich festgestellt, ich bin die typische Arbeiterin. Selbstständigkeit ist nichts für mich. Ich finde es sehr mutig das du den Schritt gewagt hast. Respekt.

  • Antworten Milli 21. Februar 2021 um 16:40

    Ich finds total toll, dass du das Thema so kritisch und ehrlich beleuchtest. Irgendwie wird die Selbstständigkeit seit es Social Media gibt immer nur so übertrieben positiv dargestellt und man kriegt schnell den Eindruck als hätte es nur Vorteile selbstständig zu sein.

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

  • Antworten Luisa 22. Februar 2021 um 13:29

    Das klingt wirklich sehr interessant. Ich bin gespannt, wo es mich hinzieht.
    Liebe Grüße
    Luisa von https://allaboutluisa.com/

  • Antworten Niels 26. Februar 2021 um 17:34

    Hi, ich gehe wochentags arbeiten, bin aber nicht angestellt oder selbstständig. Mal schauen, ob ich mir meinen beruflichen Traum in diesem Jahr erfüllen kann. gruß von mir und meiner Katze

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