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Freitagspost: Was ich nach meiner ersten Kündigung bereut habe

22. September 2017
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Ich habe selten das Thema Job auf dem Blog behandelt. Karriere, Beruf, das ist etwas was ich höchstens mal in einem Outfit für das Vorstellungsgespräch behandelt habe. Der gelernte Beruf, das tagtägliche Brot, es war für mich fast so etwas wie ein Tabuthema. Deswegen denken seit Jahren auch viele, dass ich hauptberuflich blogge, was natürlich gar nicht so ist. Das Thema Selbstständigkeit ist für mich derzeit noch ein Buch mit sieben Siegeln, während sich viele Kolleginnen selbstständig machen. Vor kurzem musste ich wieder oft über das Thema Kündigung nachdenken, weil es gerade in meinem Bekanntenkreis vorgekommen ist. Ich habe selbst schon gekündigt. Gerade das erste Mal, als ich selbst die Kündigung meiner Chefin überreicht hatte, war ein ziemlich großes Thema.

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Meine erste Kündigung

„Ich möchte gerne kündigen“. Als ich den Satz ausgesprochen habe, war ich mega aufgeregt, ich habe mich tierisch gefreut und habe nur das Beste für die Zukunft erwartet. Auch meine Chefin ließ sich erstmal davon anstecken und meinte sie könnte mich gut verstehen. Klar, in der freien Wirtschaft da hat man mehr Möglichkeiten als in einer öffentlichen Institution. Das wäre sicher gut für mich. Doch das war nur der Anfang, denn so sollte es leider nicht weitergehen.

Wie reagieren die Kolleginnen?

Ich hatte ja nur KollegINNEN. Die waren durchaus nicht ganz so erfreut. Ich glaube, sie haben sich ein Stück weit verraten gefühlt. Die denkt, sie ist was besseres. Sie will nicht hier bleiben, bei uns. Dazu kommt, dass eigentlich nie jemand dort gekündigt hat. Wer es einmal in den öffentlichen Dienst geschafft hat, bleibt eigentlich. Weil die Zukunft sicher ist. Zwar ohne riesengroßes Gehalt, dafür sicher und auch, nun ja, entspannt. Genau diese Entspannung war für mich das Verhängnis, weil sie schnell mal zur gähnenden Langeweile abgedriftet ist.

Die nächsten Monate (es war eine lange Frist!) bis zum Vollzug der Kündigung waren ein kleines Trauerspiel. Plötzlich sollte ich Archivräume durchwischen, ein dringender Arzttermin während der Arbeitszeit wurde plötzlich undenkbar.

Ich war gerade mal 21 Jahre alt. Und eben entsprechend unreif. Vielleicht wäre ich heute etwas reifer mit den Reaktionen umgegangen, damals hatte ich null Verständnis.

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Und was kam dann?

Nach meiner ersten Kündigung kam dann mein zweiter Job. Und es kam wie es kommen sollte – ich gelangte vom Regen in die Traufe. Worst Case Scenario. Gähnende Langeweile wurde abgelöst von einer rücksichtslosen Ellbogenkultur. Diese Zeit hat mich sehr geprägt und mir viele Illusionen geraubt. Ich habe mich damals von sehr vielen Zielen für meine Zukunft für immer verabschiedet.

Doch genau das brachte auch eine Kettenreaktion in Gang. Der Blog, der Umzug nach Berlin, das alles entstand nur durch diese Zeit.

Wer weiß, wo ich wäre, ohne meine erste Kündigung? Vielleicht immer noch im tagtäglichen Trott eines für immer sicheren Jobs, der mich nicht ausfüllt und unglücklich macht. Eine Kündigung ist manchmal unvermeidlich. Doch wir sollten uns keine Illusionen darüber machen, dass man auch oft genug in noch schlechteren Situationen landet dadurch und vielleicht Jahre braucht, um wieder einigermaßen auf den Beinen zu stehen. Viele Magazine zeigen das anders. Da stehen Berichte über junge Frauen, die ihren öden Job gekündigt haben und dann ganz toll durchgestartet sind. Als müsste man nur kündigen, damit endlich alles gut wird. So einfach ist es nun doch nicht.

Was sagt ihr zum Thema Kündigung? Habt ihr das selbst schon mal durchgezogen?

Wer noch überlegt, kann sich dazu mal diesen spannenden Artikel bei Edition F durchlesen.

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Mein Outfit

Blazer*: mister*lady
Kleid*: Vive Maria
Mules: Deichmann

Fotos von Christine

Location: Arles, Südfrankreich

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8 Kommentare

  • Antworten Mrs Unicorn 22. September 2017 um 11:43

    So ein schöner Beitrag. Ich habe schon öfter den Job gewechselt und habe es nie bereut. zwar war es nicht immer leicht, aber ohne die wechsel wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

    Liebe Grüße und noch eine tolle Woche.
    Celine von http://mrsunicorn.de

  • Antworten Sabrina 22. September 2017 um 21:20

    Ich habe zweimal im Leben gekündigt. Das erste Mal habe ich es beräut und bin nach kurzer Zeit in meinen alten, ersten Job zurück gekehrt – allerdings in eine andere Position, was sich wirklich als Glücksfall entpuppt hat. Ich habe einige Jahre Berufserfahrung sammeln und viel lernen können. Es war die Position und der Job, den ich wollte – ohne dass ich es vorher wusste. Und ohne die erste Kündigung wäre meine berufliche Laufbahn wahrscheinlich ganz anders verlaufen. Trotz der glücklichen Job-Wendung habe ich nach einigen Jahren nochmals gekündigt, weil es für mich einfach nicht mehr weiter ging und ähnlich wie bei dir langweilig wurde. Der neue Job, der danach kam, macht mir nach fast 10 Jahren immer noch Spaß und ich bin gespannt, wie es die nächsten Jahre weiter geht. 🙂 LG, Sabrina

  • Antworten Tamara 22. September 2017 um 21:58

    Ich selbst hab zwar noch nie gekündigt, was auch daran liegt das ich bereits seit neun Jahren Selbstständig bin.
    Ich kann mir aber vorstellen das es alles andere als leicht ist und von den Kolleginnen nicht immer positiv aufgenommen wird.
    Alles was am Ende zählt ist jedoch das es für dich das richtige war und das du mit deiner Entscheidung glücklich bist. 🙂
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

  • Antworten Tamara 22. September 2017 um 21:59

    Ich selbst hab zwar noch nie gekündigt, was auch daran liegt das ich bereits seit neun Jahren Selbstständig bin.
    Ich kann mir aber vorstellen das es alles andere als leicht ist und von den Kolleginnen nicht immer positiv aufgenommen wird.
    Alles was am Ende zählt ist jedoch das es für dich das richtige war und das du mit deiner Entscheidung glücklich bist. 🙂
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

  • Antworten Doro 22. September 2017 um 23:01

    Ich finde es toll, dass du mal einen Bericht über Berufstätigkeit schreibst. Ich habe mich auch schon gefragt, was du wohl so machst, wenn du nicht bloggst. Ich dachte nicht, dass du hauptberuflich bloggst.

    Ich habe in meinem Leben erst einmal gekündigt. Und ich habe mich dadurch tatsächlich verbessert, sowohl finanziell als auch menschlich.

    In meiner jetzigen Firma bin ich nun schon fast 20 Jahre. Natürlich war auch nicht immer alles rosig, aber im Moment bin ich froh, dass ich dort bin und könnte mir gerade keine Kündigung vorstellen.

    Ich bin auch nicht de Typ Mensch, der sich gut selbstständig machen könnte.

  • Antworten Flusskreuzfahrt durch Südfrankreich - mit der A-ROSA Luna! - andysparkles.de 25. September 2017 um 09:30

    […] Nachmittag unternahmen wir einen Stadtrundgang durch Arles. Arles ist eine sehr künstlerische Stadt, gerade fand dort auch ein Fotografie Festival statt. […]

  • Antworten Saskia 25. September 2017 um 16:52

    Sehr spannend. Ich habe tatsächlich noch nie selbst gekündigt. Allerdings habe ich mich innerhalb meiner Firma einige Male beruflich verändert wodurch ich es quasi nie musste.

  • Antworten Freitagspost: Die Kunst frei zu sein - andysparkles.de 6. Oktober 2017 um 07:01

    […] ich darüber geschrieben habe, wie ich zum ersten Mal gekündigt habe, fühlte ich mich richtig unwohl. Im ersten Moment. War das zu privat? Allein bei Instagram […]

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