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Toxic Positivity – was ist falsch an zu vielen „Good Vibes“?

30. Oktober 2020
30something Kolumne auf andysparkles

„Es könnte doch alles viel schlimmer sein“. „Sei doch froh über das, was du hast.“ Toxic Positivity, also dieses gefährliche positive Denken, fängt bei solchen gutgemeinten Ratschlägen an. Gefühle werden unterdrückt, alles was negativ ist, wird heruntergespielt. Nur noch Good Vibes sind erlaubt. Du hast wahrscheinlich selbst schon solche Tipps weitergegeben oder es dir angehört. Doch was ist daran so toxisch? Nun, es liegt daran, dass es sich um (unbeabsichtigtes) Gaslightning handelt. Das klingt hart, doch es ist wirklich so. Denn so werden deine Gefühle ignoriert und gar nicht erst zugelassen.

 

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Toxic Positivity und der Haken daran

 

In dem Phänomen der „Toxic Positivity“ geht es letztendlich darum, dass die positive Grundeigenschaft entscheidend für das Leben ist. Es wird sich grundsätzlich nur auf positive Dinge konzentriert und alles was negativ ist, direkt abgelehnt. Der Haken daran ist: Wenn du deine negativen Gefühle dauerhaft unterdrückst und nicht zulässt, dann vergrößern sie sich. Es ist tatsächlich sehr wichtig, alle Emotionen wahrzunehmen. Die schmerzhaften ebenso wie die guten Gefühle.

Ich hatte selbst mal diesen einen Freund, der mir riet, alles easy zu nehmen und dass ich happy sein soll, weil es mir doch so gut geht. Das war seine Antwort auf alles. Andere Freunde kommen auch oft mit Floskeln um die Ecke, die mich vermeintlich aufmuntern sollen.

Wenn es mir schlecht geht und ich dann als Antwort bekomme, wie gut ich es doch eigentlich habe, dann bewirkt es immer nur eins bei mir: Ich fühle mich dann noch schlechter. Ich fühle mich nicht ernstgenommen und undankbar. Ich möchte gar nicht, dass jemand mit mir weint oder mich noch bestärkt in meinen schlechten Gefühlen. Sondern nur, dass ich akzeptiert werde und ernst genommen werde. Dazu habe ich ein paar Beispiele zusammengefasst!

 

 

Toxic Positivity

 

Beispiele für toxische Ratschläge und bessere Alternativen

 

nicht so: Andere Leute hat es noch viel schlimmer erwischt. 

sondern so: Das ist wirklich schlimm und es tut mir Leid, dass du so etwas erlebt hast.

 

nicht so: Denk doch einfach nicht daran.

sondern so: Du hast einiges hinter dir und ich verstehe, wieso du es nicht aus dem Kopf bekommst.

 

nicht so: Denk lieber positiv und komm darüber hinweg!

sondern so: Was kann ich tun um dir zu helfen?

 

Toxic Positivity

 

Lieber echte Hilfe anbieten statt leeren Phrasen

 

Ich denke, hinter solchen toxischen Ratschlägen steckt meist Unwissenheit oder auch Desinteresse. Es ist nun mal leichter gesagt, statt wirklich zuzuhören und Hilfe anzubieten. Ich glaube auch, dass manche Menschen so viele starke und negative Gefühle bei sich selbst unterdrücken, sodass sie sie auch bei anderen Menschen nicht akzeptieren können.

 

Eine positive Grundeinstellung schließt schlechte Gefühle nicht aus

 

Natürlich ist es hilfreich im Leben, eine positive Grundeinstellung zu besitzen. Doch es ist genauso wichtig, dass gesamte Spektrum an Gefühlen zuzulassen, denn so können wir auch die Balance zwischen Glück und Unglück viel eher halten. Etwas zu unterdrücken war noch nie eine gute dauerhafte Lösung. Darum kann eben manchmal Positivität auch toxisch sein.

 

Wie sieht es bei dir aus, hast du mit „Toxic Positivity“ schon Erfahrungen gemacht und wie denkst du darüber?

 

 

Toxic Positivity

 

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1 Kommentar

  • Antworten Sandy 30. Oktober 2020 um 20:58

    Sehr schöner Beitrag! Kenne das leider zu gut und ich HASSE wirklich sprüche wie „das wird schon“ oder „gibt schlimmeres“.. zeigt für mich dann nur, dass sich die leute nicht für meine probleme interessieren. Deshalb tendiere ich auch dazu, gar nicht erst über meine probleme zu sprechen.

    Sandy GOLDEN SHIMMER

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