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Wieso bin ich konfliktscheu?

10. Juni 2022
Wieso bin ich konfliktscheu

Da ich auch gerne als Hobbypsychologe die Menschen analysiere, schaue ich immer gerne Trash TV an. Aktuell läuft Kampf der Realitystars. Da gibt es den Schäfer Heinrich, der absolut konfliktscheu ist. Er möchte von jedem gemocht werden, traut sich nicht den Mund aufzumachen und wird dafür auch stark kritisiert. Andere, wie Elena Miras, hören gar nicht mehr auf, lautstark für sich einzustehen, egal ob gerechtfertigt oder nicht. Ich habe selbst jahrelang immer lieber nichts gesagt, weil mir der Stress immer zu viel war. Egal ob in Freundschaften oder im Berufsleben. Zumindest habe ich mir das so eingeredet. Doch wieso bin ich konfliktscheu?

Wieso bin ich konfliktscheu

30something Kolumne auf andysparkles

Konflikte bereiten mir große Angst

Ich bin selbst ein Mensch, der sehr schnell sehr emotional reagiert. Schon kleine Streitigkeiten lösen große Tränen aus. Konflikte bereiten mir daher große Angst, weil ich dann damit umgehen muss. Ich muss negative Gefühle aushalten. Die Vermeidungstaktik scheint da oft die bessere Alternative zu sein. Tatsächlich, das habe ich in den vergangenen Tagen nochmal mehr gelernt, ist der Mittelweg wohl auch hier die beste Lösung. Nicht alles über sich ergehen lassen, doch auch nicht gleich einen Streit anzetteln – sondern freundlich und bestimmt die eigene Meinung vertreten und für sich einstehen. Puh, gar nicht so einfach!

Wieso bin ich konfliktscheu?

Was haben Schäfer Heinrich, ich und vielleicht auch du gemeinsam? Nun, es gibt sicherlich sehr unterschiedliche Gründe, wieso jemand konfliktscheu ist oder geworden ist. Wir sind auf jeden Fall alle sehr harmoniebedürftig und glauben, dass Streit besser unterdrückt wird. Doch tatsächlich gehört genau der auch zu gesunden Beziehungen dazu.

Wieso bin ich konfliktscheu

So geht gewaltfreie Kommunikation

Freundlichkeit und Höflichkeit sind jedoch nicht unbedingt ein Garant für eine gewaltfreie Haltung hinter unseren Worten. gewaltinfo.at

Ich bin selber ein Mensch, der sich vor allem in der Berufswelt gerne kurz und knapp ausdrückt. Ich bin freundlich, doch auch bestimmt. Dabei mag ich es nicht, zu sehr ins Emotionale abzudriften. Das wird oft als unhöfliches Verhalten aufgefasst – obwohl es von mir aus nicht so gedacht ist.

Marshall Rosenberg ist Begründer der Gewaltfreien Kommunikation. Seine Grundvoraussetzung hier ist die Empathie.

Rosenberg nimmt an, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind (z. B. die Anfrage als Bitte formuliert ist und nicht als Forderung, er nicht den Eindruck hat, dadurch eine Pflicht abzuarbeiten oder den anderen in eine Pflicht zu setzen und so weiter). Wikipedia

Spannend finde ich auch, dass Rosenberg jede Form der Gewalt als tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses sieht. Er sagt auch, dass Menschen auf Kritik ganz schnell mit Verteidigung oder einem Gegenangriff reagieren.

Das ist genau das, was mir bei Konflikten solche Angst bereitet. Ob die gewaltfreie Kommunikation mir in Zukunft dabei helfen kann, mich besser und angenehmer durchsetzen zu können? Mich hat daran anfangs gestört, dass es mir fast wie eine Form der Manipulation vorkommt. Doch ich glaube, ich muss mich nur noch weiter in das Thema einlesen und es besser kennen lernen. Deswegen möchte ich mir auch Literatur dazu besorgen!

Hast du dich schon mal mit gewaltfreier Kommunikation beschäftigt? Siehst du dich selbst auch als konfliktscheu an?

Wieso bin ich konfliktscheu

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1 Kommentar

  • Antworten Cornelia Droege genannt Körber 14. Juni 2022 um 10:05

    Liebe Andy,

    ich war früher konfliktscheu, weil ich Angst vor der Auseinandersetzung und dem Streit hatte.
    Das führte dazu, dass ich viel zu viel zugelassen habe und immer die Harmonie gesucht habe.
    Ich bin nicht für mich eingestanden. Aushalten kann ich gut.
    Meine Trennung hat dazu geführt, dass ich mich ganz viel auseinandersetzen musste.
    Hilfe hat uns hier die Mediation gebracht. Ich habe gelernt für mich einzustehen, da ich in der Mediation stark gemacht wurde und ich habe mein Stärkentier (männlicher Löwe) gedanklich dazu geholt.

    Diese Erfahrung hat mich so positiv geprägt, dass ich heute Mediatorin bin aus vollem Herzen. Ich habe gelernt, dass Mediation die Magie hat, gemeinsame Lösungen zu finden, mit der alle zufrieden sind, ohne etwas aufgeben zu müssen und man trotzdem für sich einstehen kann.
    Heute gehe ich selbstbewusst voran und kann Konflikte sehr gut ohne Streit lösen und diese direkt vermeiden.

    Das schaffst du auch. Wenn du weißt woher es kommt, die Angst oder das schlechte Gefühlt vor dem Konflikt, dann weißt du wie du in lösen kannst.
    Beispiel: Wenn es ein Selbstwertproblem ist, dann arbeite an deinem Selbstwert. Das ist authentisch und du wirst ganz natürlich für dich einstehen ohne eine gewisse Sprache lernen zu müssen. Nur Authentizität überzeugt. 🙂

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